Biber wieder in der Toskana

​Rückkehr alter Bekannter 

Biberbaby 'Momo' nach Überschwemmung gerettet. Foto: epa/Axel Heimken
Biberbaby 'Momo' nach Überschwemmung gerettet. Foto: epa/Axel Heimken

FLORENZ: Durch Schutz und Aufzucht haben Biber heute in Europa wieder ein zu Hause. Nach Norditalien sind sie vermutlich über Österreich zurück gekommen. Doch in der Toskana gibt es den Verdacht, dass sie ausgesetzt wurden.

Mit etwas Glück hört man es seit Kurzem in der italienischen Toskana an Flüssen wieder knabbern: Die Biber sind zurück. Über Jahrhunderte sei der Europäische Biber (Castor fiber) in dieser Gegend nicht mehr gesehen worden, berichten italienische Experten im Journal für Säugetierkunde «Hysterix». Ein Fischer hatte demnach erste mögliche Anzeichen entlang des Flusses Ombrone entdeckt und die Behörden verständigt. Der Ombrone entspringt bei Siena, fließt durch die Toskana und mündet ins Mittelmeer.

Nahe der Kleinstadt Sansepolcro am Tiber in der Toskana entdeckten die Experten Anfang Juli weitere Nager. Wie viele dort insgesamt leben, konnten die Forscher nicht eindeutig klären. Die Biber könnten in den vergangenen Jahren in der Toskana ausgesetzt worden sein, wie Mitautor Giuseppe Mazza erklärte. «Im Moment haben wir noch keine verfügbaren Daten, um die Rückkehr der Biber in der Toskana zu verstehen.»

Bisher wusste man, dass die braunhaarigen Vierbeiner mit den markanten Schneidezähnen und dem platten Schwanz rund 500 Kilometer entfernt bereits wieder im Nordosten Italiens lebten. Sie waren vermutlich aus der österreichischen Grenzregion übergesiedelt.

Die Tiere wurden den Forschern zufolge über die Jahrhunderte wegen ihres Fells gejagt und es wurden immer weniger. Mittlerweile sind die Nager geschützt. Österreich und die Schweiz begannen in den 1970er und 1980er Jahren, die Biber wieder anzusiedeln. Auch in Deutschland sind sie wieder in größerer Zahl zu sehen.

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