Rohingya sollen Ende Januar zurückkehren

 Myanmars Sozialminister Win Myat Aye. Foto: epa/Hein Htet
Myanmars Sozialminister Win Myat Aye. Foto: epa/Hein Htet

RANGUN (dpa) - Trotz der Sorge um ihre Sicherheit will Myanmar die mehr als 600.000 ins Nachbarland Bangladesch geflohenen Rohingya zurück ins Land holen. Die Umsiedlungen würden am 22. Januar beginnen, sagte Myanmars Sozialminister Win Myat Aye am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Sie folgten dem Abkommen, das Myanmar und Bangladesch im November geschlossen hatten. «An einem Punkt» würden auch die Vereinten Nationen in die Rückkehr einbezogen.

Menschenrechtler warnten vor den Umsiedlungen. Myanmars Regierung sei in «La La Land», wenn sie glaubte, die Rohingya würden nach dem Zeitplan des Ministers zurückkehren, sagte der stellvertretende Asien-Direktor von Human Rights Watch, Phil Robertson. «Warum würden sie sich wieder in die Reichweite der Armee begeben, die sie gerade erst systematisch erschossen, vergewaltigt und ermordet hat?», fragte er.

Seit Ende August sind nach UN-Angaben mehr als 640 000 muslimische Rohingya aufgrund des brutalen Vorgehens des myanmarischen Militärs in das benachbarte Bangladesch geflohen. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, hatte das als ethnische Säuberungen bezeichnet. Myanmars Bevölkerung ist mehrheitlich buddhistisch.

Win Myat Aye fügte hinzu, dass Angehörige der Minderheit sich für einen Personalausweis registrieren müssten, um zurückkehren zu können. Die meisten Rohingya haben sich diesem Prozess bislang verweigert, weil er sie zwingt, sich als «Bengali» zu registrieren. Das impliziert, dass sie - entsprechend der Sichtweise von Myanmars Regierung - Eindringlinge aus Bangladesch sind.

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