Zwei Anschläge in Kambodscha vereitelt

Foto: epa/Minh Hoang / Pool
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PHNOM PENH (dpa) - Kambodschas Regierungschef Hun Sen hat nach eigenen Angaben einen Terrorplan vereitelt. Er beschuldigte am Dienstag eine wenig bekannte Gruppe, die Nationale Khmer Befreiungsfront (KNLF), zwei Anschläge in der Hauptstadt Phnom Penh und im bei Touristen beliebten Siem Reap geplant zu haben.

Er habe Geheiminformation über den für 12. April geplanten Anschlag auf den Tempel Wat Phnom an den Hauptstadt-Gouverneur weitergeleitet, zitierte die «Phnom Penh Post» am Dienstag den langjährigen Regierungschef. «Ich habe die Situation bereits unter Kontrolle», sagte Hun Sen demnach. Eine Bestätigung für den angeblichen Anschlagsplan gab es nicht.

Kambodschas Regierung betrachtet die aus Dänemark agierende KNLF als Terrorgruppe. Hun Sen bezeichnete KNLF-Chef Sam Serey als «Oberverräter» und ordnete die Festnahme von Unterstützern der Gruppe in Kambodscha an.

Die nationalistische Gruppe wirft Hun Sen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor und beschuldigt die Regierung, von Vietnam kontrolliert zu werden. In den vergangenen Jahren wurden mehrere KNLF-Mitglieder wegen Terror-Vorwürfen festgenommen, wie die «Phnom Penh Post» berichtete. Waffen seien jedoch nicht bei ihnen gefunden worden. Gründer Sam Serey lebt als Flüchtling in Dänemark.

Hun Sen, der seit 1985 im Amt ist, möchte sich im Juli für eine weitere Amtszeit wählen lassen. Er ließ die größte Oppositionspartei verbieten und schränkt Presse und Nichtregierungsorganisationen ein.

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