Regierung pumpt 370 Mrd. Baht in die Wirtschaft

Foto: The Nation
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BANGKOK: Mit einem ehrgeizigen Konjunkturpaket in Höhe von 370 Milliarden Baht hofft die Regierung in der zweiten Jahreshälfte ein Wirtschaftswachstum von 3 Prozent zu erreichen.

Nach der Sitzung des Wirtschaftsrates gab Finanzminister Uttama Savanayana am Freitag auf einer Pressekonferenz die Inlandsausgaben und Investitionen zur Ankurbelung der Wirtschaft bekannt. Das Paket wird in zwei Kategorien unterteilt: 100 Milliarden Baht sind für direkte Staatsausgaben vorgesehen, während 270 Milliarden Baht in Form von Krediten staatlicher Banken bereitgestellt werden. Die Pläne müssen noch auf der offiziellen Kabinettssitzung gebilligt werden.

Die Regierung plant für August und September mit 20 Milliarden Baht eine neue Runde von Sozialleistungen für Inhaber von Sozialversicherungskarten. Alle Inhaber einer Sozialversicherungskarte erhalten an zwei aufeinanderfolgenden Monaten 500 Baht. „Ziel ist es, die Lebenshaltungskosten zu senken“, sagte der Minister. Das Gesamtbudget für diese Maßnahme beläuft sich auf 14,6 Milliarden Baht und soll 14,6 Millionen Menschen erreichen. Das zweite Geschenk richtet sich an Personen über 60 Jahren, die zwei Monate hintereinander 500 Baht erhalten. Rund 5 Millionen Menschen sollen von dieser Politik profitieren, und das erforderliche Budget beläuft sich auf 5 Milliarden Baht.

Schließlich erhalten Inhaber einer Sozialversicherungskarte, die Kinder bis zu 6 Jahren erziehen, für zwei aufeinanderfolgende Monate 300 Baht. Diese Maßnahme wird ungefähr 800.000 Menschen zugutekommen und ein Budget von 500 Millionen Baht erfordern. Anschließend erhalten die Inhaber von Sozialkarten ab Oktober wieder die üblichen 200 bis 300 Baht für die Lebenshaltungskosten, 500 Baht sind es für ältere Menschen und 300 Baht für die Kinderbetreuung.

Um die von der Dürre betroffenen Landwirte zu unterstützen, werden die Zinsen für Darlehen der Bank for Agriculture and Agricultural Cooperatives gesenkt und die Rückzahlungsfrist von August an verlängert. Kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) werden ebenfalls zinsgünstige Darlehen gewährt, und ab Oktober sind neue Maßnahmen zur Förderung des Tourismus vorgesehen.

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Gerhard Mößlacher 20.08.19 02:19
gut gemeint
und zumindestens hat man in Thailand zwar spät, aber doch erkannt, daß es so nicht weitergehen kann. Um aber die Konjunktur wieder anzukurbeln und ein Wirtschaftswachstum von 3% zu erreichen (wie in Thailand schon immer üblich zwar nur auf Pump und kurzfristig), sollte der Wirtschaftsrat nächstes Jahr auf alle Fälle den Mario Draghi engagieren - der weiß wie es geht....
Thomas Thoenes 18.08.19 04:55
Das ist alles so als wenn man in einen
gut geheizten Grill ein kleines Stück nasse Kohle wirft. Sobald das Wasser verdunstet ist wird diese genauso glühen wie die Anderen. Mit den günstigen Darlehen werden weitere Investitionen in marode Geschäfte getätigt nur um dann 6 Monate später in einer noch teureren Pleite zu enden. Wie @M R Berger schon sagte, muss in Bildung und Ausbildung investiert werden um nachhaltige positive Effekte für Land und Wirtschaft zu erreichen. Kostenlose Schuluniformen, Bafög und Stipendien wäre mal ein Ansatz.
Martin Reinhart Berger 17.08.19 14:35
Regierung pumpt..
Sorry, ich weiss, wir Farangs gelten oft als überheblich, alles besser wissend, ABER, kann mir mal einer erklären, was das soll. bestimmte personengruppen bekommen jeweils für 2 Monate bis zu 500 Bath pro Monat????? Und das kurbelt dann due Konjunktur an? Durch vermehrten Alkoholkauf oder Zigaretten oder was auch immer? 5 Milliarden Bath gehe so den Bach runter, ohne nennenswerten Effekt. Das ist eine Geste, ja richtig, aber das Land braucht keine Gesten, wodurch die Armut gewisser Bevölkerungsschichten mal für 2 Monate " gelindert" wird, sondern braucht Programme, die in Bildung investieren, braucht Programme, die berufliche Ausbildung ermöglichen und nicht Konsum ankurbelnde Pseudo Hilfen. Welchen messbaren oder auch nur sinnvollen Effekt werden diese zweimonatigen Zahlungen haben???
Ingo Kerp 17.08.19 13:31
Ein sehr ambitioniertes Programm, das die Regierung auflegt. Der soziale Aspekt ist dabei nicht zu unterschätzen. Es ist eine finanzielle Unterstützung, wird jedoch die Gesamtsituation nicht ändern.
Roman Müller 17.08.19 11:56
Laut gedacht...
ich bekomme immer mehr ins "grübeln" über die Vorschläge der "Regierung". Ob mit diesen Massnahmen die Wirtschaft angekurbelt werden kann halte ich für sehr fraglich. Ein leichterer Zugang zu Krediten dürfte bestenfalls die Verschuldung noch mehr in die Höhe treiben. Die Bedürftigen mit jeweils 500 Baht auf zwei folgende Monate zu unterstützen macht etwas mehr Sinn. Diese Menschen haben etwas mehr zur Verfügung wird aber nicht wie angegeben helfen die Lebenshaltungskosten zu senken. Alles wird genau so teuer bleiben wie es ist. Auch auf dem Lande sind 500 Baht nicht wirklich viel Geld. Sinn macht lediglich eine Zinssenkung der Agro-Bank und verlängerte Laufzeiten. Thailand lebt vom Export und dem Tourismus. So lange hier der Wurm drin ist wird sich die Gesamtsituation für die Meisten Menschen nicht verbessern.