Regierung plant über 300 Müllverbrennungsanlagen

Insbesondere Plastikmüll soll reduziert werden. Foto: epa/Rungroj Yongrit
Insbesondere Plastikmüll soll reduziert werden. Foto: epa/Rungroj Yongrit

BANGKOK: Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha hat an die Bevölkerung, besonders der Touristenorte, appelliert, sich an der Reduzierung von Müll, insbesondere von Plastikabfall, zu beteiligen.

Die Regierung will eine Kampagne starten, um das Umweltbewusstsein zu schärfen und Touristen zu ermutigen, die Verantwortung für natürliche Ressourcen und die Umwelt zu teilen. Die öffentliche Hand und der private Sektor sollen ein Kunststoff- und Müllmanagement auf nachhaltige Weise ankurbeln. Alle zuständigen Regierungsbehörden, wie das Ministerium für natürliche Ressourcen und Umwelt, das Ministerium für Tourismus und Sport und das Innenministerium, sollen so wenig Abfall wie eben möglich verursachen und den Müll nachhaltig entsorgen. Die Behörden werden den Gemeinden Informationen über eine effektive Mülltrennung liefern. Mehr als 300 Müllverbrennungsanlagen sollen in 77 Provinzen in Thailand gebaut werden, berichtet „NNT“.

Die Kampagne gegen Einweg-Kunststoffe der Behörde für Nationalparks, Wildtier- und Pflanzenschutz wird als wichtiger Schritt in die richtige Richtung gesehen, um Thailands natürliche und landschaftliche Schönheit jetzt und in Zukunft zu schützen. Die Bevölkerung soll sich bewusst werden, welchen Schaden weggeworfene Kunststoffe der Umwelt zufügen.

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Wilfried Stevens 30.10.18 10:05
Bangkok im Dilemma
Nicht nur das es uberall an modernen Systemen und Kapazitaten fehlt, auch das bisherige Entsorgungssystem ist 'geduldig'. Wie sieht es den aus in den Tausenden kleinen Nebenstrassen, wo sich die Billigwohnungen ab 4.000 Bath befinden, mit engen Seitengassen...Beispiel Wohnanlage mit 12 Einheiten und blaue 6 x 300 L.- Abfalltonnen. Kleiner Mullwagen, sucht geeignete 'Haltestelle'. Drei Mitarbeiter holen mit Handkarren einzeln die Abfallbehalter, nicht sortiert etc. weil Fahrzeuge und Personal fehlt, grosse Mullwagen nur auf Hauptstrassen fahren konnen, ist Bangkok abseits der Promenaden einfach schmutzig...
t.holidax 22.09.18 10:26
...mir wurde abgeraten ...
....eine kleine Verbrennungsanlage (max. 100 kg/std.) zu errichten. Ich hatte meine "Thai Karriere " vor ca. 5 Jahren im Isan begonnen. Dort hatte ich vor o.g. Anlage zu errichten um das Dorf und Umgebung sauberer zu bekommen u. natürlich auch Energie erzeugen u. diese zu verkaufen. Schon beim Vorschlag wurde mir seitens der "offiziellen" nahegelegt, dies nicht zu tun, da ich doch vor Ort friedlich leben möchte . Dem "Rat" bin ich als GAST im Land des Lächelns dann auch gefolgt und hab, wie alle, den Müll vorm Haus angezündet. Zum Grück gibt es ja hier in Pattaya und Ostküste das Meer und noch etwas Freifläche zur Entsorgung... Ende
Hansruedi Bütler 12.09.18 13:51
Thailändisch Experten sträuben sich die Haare
Ihre Informationsquelle gibt auch folgendes preis: Laut der Expertin, Direktorin Penchom sind die Müllverbrennungsanlagen in Hat Yai und Phuket dazu da um alle Arten von Müll zu Verstromen. Allerdings wird hier der Müll nicht getrennt, um die weniger brennbaren Materialien zu separieren, was ernsthafte Umweltprobleme verursacht. Es schädigt Bäume und Pflanzen. Ebenso betont sie weiter, um eine bessere Verbrennung zu erreichen, verwenden die Betreiber dieser Anlagen externe Quellen für Abfälle mit höherer Qualität und importieren Kunststoffmüll aus anderen Ländern als Brennstoff, damit die Öfen brennen und ihre Geschäfte am Laufen bleibe. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, wird TH schließlich das Zentrum der Müllentsorgung der Welt sein und nur gefährliche Asche, Krankheiten durch Verschmutzung sowie eine kontaminierte Umwelt für die TH-länder hinterlassen, warnt Frau Penchom. Abfall zu Energie "Waste-to-Energy" ist eine der umweltschädlichsten Methoden sowohl für die Abfallwirtschaft als auch für die Stromerzeugung, da brennender Müll nicht nur giftige Schadstoffe ausstößt, sondern die überschüssige Asche auch sehr gefährlich ist und selbst in einer gesicherten Deponie sehr vorsichtig entsorgt werden muss. Deshalb sei der Bau vieler kleiner Müllverbrennungsanlagen eine sehr schlechte Entscheidung. Die Abfalltrennung ist in TH eines der größten Probleme und Biomüll wird zu wenig kompostiert. Mit dem derzeitigen Weg der Regierung, werden Abfallproblemlösungen bestens verhindert.
Siam Fan 12.09.18 10:14
Peter Dee: Investoren stehen bereit
Das ist jetzt wieder neu. In Korat baut wohl der Staat eine Anlage für 2mrd TB und es wird ein Betreiber gesucht. Alles irgendwie ohne Konzept, nix Win Win, eher mehr WischiWaschi! WertstoffSortierung, Kompostierung, Verbrennung der Restabfälle, umweltgerechte Deponierung, Sonderabfall Entsorgung. Da hat ein Privater nichts verloren, weil der nur am"WIN" interessiert ist und nicht an einer deckenden, umweltgerechten Abfall-Verwertung, -Entsorgung. Die Investoren machen das große Geschäft mit dem Gewerbeabfall weltweit und lagern Asche und Schlacke billig in THs Deponie, wo dann mehr drin ist, als vorher!! Und der garantierte Strompreis? Die kaufen billigen Strom und lassen sich ihn zum garantierten Preis vergüten! Und mit der ÜberschussWärme wird die Klimaerwärmung beheizt?! Wer hier 600mrd TB konzeptlos ausgeben will, muss sich schon einige peinliche Fragen gefallen lassen.
Wilfried Stevens 11.09.18 20:02
Thailändisch Experten sträuben sich die Haare
Man sollte nicht annehmen, dass diese Regierungsentscheidung von thailändischen Umweltexperten, JA die gibt es, so hingenommen wird. An erster Stelle wird seit Jahren davor gewarnt, das die Müllverbrennungsindustrie bereits Plastikmüllimporte, oft illegal, durchführt. So wird dringend gefordert jeglichen Plastik-Import zu untersagen mit Strafzöllen. Dies sollte Staatsaufgabe sein. Die thailändischen Umweltexperten raten, das nur noch sehr grosse Müllverbrennungsanlagen mit mindestens 300 Tonnen Tagesleistung gebaut werden, die ordnungsgemäß mit allen Umweltschutzmaßnahmen ausgestattet sein müssen. Die Deponien mit schadstoffreicher Asche wird landesweit auf über 100.000 Tonnen geschätzt zuzüglich Tausender illegaler Deponien. Dazu müsste nur die jeweilige Provinzregierung dies zentral überwachen und nicht in Tausenden Verwaltungsorganisationen. Vorrangig sollte das Ziel sein, die Abfälle zu reduzieren, mehr wiederverwenden und zu recyceln, und zum Schluss die verbleibenden nicht wieder verwertbaren Abfälle in Energie umzuwandeln. Die Recyclingquote lieg bei nicht einmal 30 %. Wohl gute Visionen, aber die Umsetzbarkeit ?