Red-Bull-Erbe: Staatsanwälte entscheiden in sieben Tagen

Vorayuth „Boss“ Yoovidhya (2. v. l.). Foto: The Thaiger
Vorayuth „Boss“ Yoovidhya (2. v. l.). Foto: The Thaiger

BANGKOK: Ein aus Staatsanwälten gebildetes Gremium will die Überprüfung der Entscheidung, den Red-Bull-Erben Vorayuth „Boss“ Yoovidhya nicht weiter anzuklagen, in sieben Tagen abschließen.

Nach Angaben von Prayuth Petchkhun, Sprecher des Office of the Attorney General (OAG), leitet der stellvertretende Generalstaatsanwalt Somsak Tiyawanit den Ausschuss. Dieser wird untersuchen, ob die Entscheidung der Abteilung für Strafverfahren des OAG für Südbangkok, die Anklageerhebung gegen Vorayuth wegen rücksichtslosen Fahrens im Jahr 2012 mit Todesfolge fallenzulassen, rechtens war und den Vorschriften der OAG entsprach.

Prayuth weigerte sich zu bestätigen, ob der Ausschuss die Glaubwürdigkeit von zwei neuen Zeugen prüfen würde. Sie sollen der Polizei gesagt haben, es habe sich um einen unvermeidbaren Unfall gehandelt und Vorayuth habe die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht überschritten. Der Fall sei noch nicht abgeschlossen, und wenn es neue Beweise oder Zeugen gebe, könnten die Staatsanwälte ihre Anklageentscheidung revidieren, betonte Prayuth.

Die Southern Bangkok Criminal Litigation Department beschloss im Juni, die Anklage gegen den 35-jährigen Vorayuth, auch bekannt als „Boss“, fallenzulassen. Er hatte am 3. September 2012 mit seinem schwarzen Ferrari das Motorrad eines Polizisten gerammt. Der 47 Jahre alte Beamte starb an der Unfallstelle. Sieben Mal verzögerte „Boss“ die Anklageerhebung. Erst am 27. April 2017 wurde er schließlich von der Staatsanwaltschaft wegen rücksichtslosen Fahrens mit Todesfolge und unterlassener Hilfeleistung für ein Unfallopfer angeklagt. Vorayuth floh zwei Tage vor der Anklageerhebung mit einem Privatflugzeug außer Landes.

Eine Anklage wegen Geschwindigkeitsübertretung wurde später fallengelassen, als die einjährige Verjährungsfrist ablief. Ein zweiter Vorwurf, er habe es versäumt, anzuhalten und einem Unfallopfer zu helfen, lief am 3. September 2017 aus. Die dritte und schwerwiegendste Anklage, rücksichtsloses Fahren mit Todesfolge, wäre erst 2027 verjährt.

Vorayuth ist der Sohn von Chalerm Yoovidhya, dessen Familie Miteigentümer der Energy-Drink-Megamarke Red Bull ist. Chalerm rangiert mit einem geschätzten Nettovermögen von 20 Milliarden US-Dollar (etwa 617 Milliarden Baht) auf Platz zwei der reichsten Thais.

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jürgen soehring 29.07.20 16:51
Die Justiz untersucht die Justiz und die Polizei untersucht die Polizei. Was soll dabei herauskommen? 55
Roman Müller 29.07.20 16:42
Laut gedacht...
sehr merkwürdig würde ich mal sagen. Nach 7 Jahren neue Zeugen, das riecht wirklich nicht gut, dann noch ein ehemaliger Armee-angehöriger. Wetten werden angenommen. Keine Drogen, kein Alkohol und erst noch zu langsam gefahren. Für mich eine ganz klare Sache wie das ausgehen wird....
Walter Pfau 29.07.20 16:19
Pure Überheblichkeit @Markus Boos
Hmmm, für mich ist das ein normales Familienfoto, in dem wahrscheinlich die Mutter besorgt ihre Hand auf den Arm ihres Sohnes legt. Jeder sieht die Welt eben nach seinen eigenen Vorstellungen. Wahrscheinlich hat Sie das Wissen über den Reichtum der Familie in ihrer Beurteilung beeinflusst. So ist das ebenmit den Knafs und Hemputies, da lebt jeder in seiner eigenen Welt.
Wolfgang Krichel 29.07.20 14:15
Ist Recht käuflich?
Alles andere als die Anklage fallen zu lassen wäre eine Riesenüberraschung. Wieso ist der Junge mal eben 2 Tage vor der Anklageerhebung geflüchtet. Aber ich glaube dies ist noch nicht das letzte was wir von Ihm gehört haben.
Phi Nott 29.07.20 13:52
Ne, ne, ne
also dieses Rumgeeiere ist wirklich unfassbar! In der Bangkok Post war ein guter Kommentar, der das Ganze mit einem Wort auf den Punkt bringt: SCHANDE!