Quarantäne-Urlaub: „Ja, jederzeit wieder“

Wie ein Deutscher als Tourist denkwürdige Wochen in Thailand verbrachte

Im Strandlokal in Ban Makham auf Koh Samui waren Markus Hofbauer und seine Freunde die einzigen Gäste und genossen den spektakulären Sonnenuntergang.
Im Strandlokal in Ban Makham auf Koh Samui waren Markus Hofbauer und seine Freunde die einzigen Gäste und genossen den spektakulären Sonnenuntergang.

KOH SAMUI: Markus Hofbauer (46) ist seit über 20 Jahren Thailandfan und hat sein Lieblingsland schon so oft besucht, dass er es nicht mehr nachzählen kann. Dass er einmal einen „Quarantäne-Urlaub“ hier verbringen würde, für 15 Nächte zwangsisoliert, freiwillig und teuer bezahlt – das hätte er noch vor wenigen Monaten als absurd bezeichnet. Nun ist der Bauleiter aus Weiden in der Oberpfalz genau diesen Weg gegangen. Und bereut keine Minute und keinen Euro oder Baht, den er investieren musste.

Markus Hofbauer im Centre Point Hotel Silom in  Bangkok: Wer mehr investiert erhält auch mehr Leistung.
Markus Hofbauer im Centre Point Hotel Silom in Bangkok: Wer mehr investiert erhält auch mehr Leistung.

Thailand-Rückkehrer gibt es seit dem Herbst viele. Meistens sind es durch den Lockdown getrennte Familienmitglieder, die zurück ins Land wollen. Oft aber auch Geschäftsleute, die sich der aufwendigen Prozedur mit sechs unterschiedlichen Einreisepapieren stellen, nur um wieder nach Thailand einreisen zu dürfen. Markus Hofbauer war der Exot – „manche nannten mich auch einen Trottel“, sagt er lachend. „Du lässt dich freiwillig einsperren und zahlst dafür auch noch die hohen Quarantänekosten!“, haben sie mich kopfschüttelnd gefragt.

Tipp: Nicht am ASQ-Hotel sparen

Hofbauer kam Ende Dezember im Luxushotel Center Point Silom unter und musste dafür 62.000 Baht inklusive Vollpension und zweier Covid-19-Tests vorüberweisen. Das sind 1.700 Euro, kein Pappenstiel. Der 46-Jährige investierte aus zweierlei Gründen mehr als viele andere, die ein ASQ-Hotel ab 30.000 Baht buchen. Er wollte einen Balkon, er wollte die Skyline von Bangkok sehen und einen Blick auf den Chao-Phraya-Fluss haben. 

Allein an den Stränden von Koh Samui: „So ein sauberes Meer habe ich in 20 Jahren Thailand nicht gesehen…“
Allein an den Stränden von Koh Samui: „So ein sauberes Meer habe ich in 20 Jahren Thailand nicht gesehen…“

Keine schlechte Wahl, konnte er nach der Quarantäne attestie­ren. Sechs Tage nur im Zimmer und nach dem ersten negativen Test immerhin jeden Tag zweimal eine Stunde rund um den Pool – da waren spektakuläre Blicke aus dem Fenster eine gute Ablenkung. Zumal es in der deutschen Heimat schneite und er täglich in den Nachrichten las, wie sich die Lage zuspitzte und sich der „Lockdown light“ von Oktober in ziemlich lebenseinschränkende massivere Einschnitte aufschaukelte. Da ließ es sich gut aushalten im Center Point Silom. Mit der Aussicht, nach zwei Wochen im weitgehend Covid-19-freien Thailand frei reisen zu können.

Rabatte gleichen ASQ-Kosten aus

Der Strapazen der Einreise und die Quarantäne waren beim Blick auf den Sonnenuntergang im Nu vergessen.
Der Strapazen der Einreise und die Quarantäne waren beim Blick auf den Sonnenuntergang im Nu vergessen.
Einziger Gast im Berghof Resort Koh Samui und einen Pool für sich allein: Hofbauer genoss die neue Freiheit.
Einziger Gast im Berghof Resort Koh Samui und einen Pool für sich allein: Hofbauer genoss die neue Freiheit.

Die Gegenkalkulation hatte Markus Hofbauer schon im Herbst bei Recherchen im Internet in der oberpfälzischen Heimat gemacht. Hotelpreise wie nie zuvor: Im Thai Garden Resort Pattaya zahlte er für eine Woche statt 24.000 Baht nur 6.000 Baht. Anfang Januar auf Koh Samui angekommen ein ähnliches Bild: Samui Garden Home Villa 6.000 Baht – um die Hälfte reduziert. Später wohnte er dann bei seinem Freund im Berghof Resort Koh Samui für 500 Baht pro Nacht in einer geräumigen Poolvilla mit 65 qm Wohnfläche. 70 Prozent Preisnachlass.

Hofbauer rechnete alle Kosten seines sechswöchigen Aufenthaltes in Thailand hoch, inklusive der Quarantäne, und siehe da: Allein durch die Hotelsondertarife hatte er die gesamte Zeit im Center Point Silom kompensiert, Ersparnis 64.900 Baht gegenüber den normalen Hotelpreisen, die er sonst hätte bezahlen müssen.

Leere Strände, freundliche Menschen

Mit Schutzmaske im Quarantänehotel: nach sieben Tagen durfte er das erste Mal am Pool spazieren gehen.
Mit Schutzmaske im Quarantänehotel: nach sieben Tagen durfte er das erste Mal am Pool spazieren gehen.

Die Kostenfrage war für seine Thailand-Entscheidung nicht allein ausschlaggebend gewesen, „aber auf jeden Fall ein Anreiz und ein Grund, neu zu denken“, sagt Hofbauer. „Und was ich in Pattaya und auf Koh Samui nebenbei erlebt habe, menschenleere Strände, überall freundliche und dankbare Tourismusunternehmer, auch in Restaurants und Bars Covid-19-Preisnachlässe. Das wird mir für immer in Erinnerung bleiben“, resümiert Markus Hofbauer.

Markus Hofbauer würde es nochmal tun

Wenn er im Februar wieder bei seiner Baufirma in Weiden in den Alltag einsteigt, wird er sich mit Wehmut an diese Zeiten erinnern, das weiß er jetzt schon. „Klar, es ist nicht jedermanns Sache, eine lange Quarantäne zu durchlaufen und den ganzen Papierkram für die Einreise auf sich zu nehmen“, gesteht Markus Hofbauer. Dennoch würde der 46-Jährige es noch einmal tun. 

„Mit einem Plan, etwas Selbstbeschäftigung in der Quarantäne, mit positivem Ausblick auf einen unbeschwerten Urlaub in Thailand anno 2021 – es spricht viel mehr dafür als dagegen“, bilanziert Hofbauer nach seinen sechs Wochen. Wer Zeit und ein bisschen Geld beiseite hat, der sollte sich einen Ruck geben. Thailand wie jetzt, im Covid-19-Zeitalter? Das wird es so schnell nicht wieder geben! 

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