Schießbefehl auf entführtes Flugzeug

Russlands Präsident Wladimir Putin. Foto: epa/Alexei Nikolsky / SPUTNIK / KRE
Russlands Präsident Wladimir Putin. Foto: epa/Alexei Nikolsky / SPUTNIK / KRE

MOSKAU (dpa) - Russlands Präsident Wladimir Putin (65) hat erstmals über seinen Schießbefehl gegen ein entführtes Flugzeug während der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014 berichtet. «Das ist eine sehr sensible Seite der Geschichte von Olympia, über die wir bewusst nicht geredet haben», sagte Putin dem Journalisten Andrej Kondraschow in einem TV-Porträt zur Präsidentenwahl am 18. März. Der zweistündige Film ist seit Sonntag online.

Auf dem Flug der türkischen Gesellschaft Pegasus von Charkiw in der Ukraine nach Istanbul am 7. Februar 2014 war ein betrunkener Passagier ins Cockpit eingedrungen und hatte angeblich Kurs auf Sotschi verlangt. Auf ein Notsignal hin eskortierten türkische Militärjets die Maschine mit 110 Menschen an Bord nach Istanbul.

Putin sagte, er sei von seinem Sicherheitspersonal auf dem Weg zur Eröffnungsfeier über die Gefahr informiert worden. Im Olympiastadion Fischt waren damals etwa 40.000 Menschen versammelt. Russische Kampfjets stiegen auf, und der diensthabende Offizier schlug Putin vor, strikt nach der Sicherheitsplanung zu handeln. «Und das bedeutet: Abschuss», sagte Putin.

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, habe die Unruhe mitbekommen und nachgefragt. Aber Putin habe ihm bedeutet: «Alles okay!» Nach einigen Minuten sei die Entwarnung gekommen. Auf die Frage, was er in dieser Zeit durchlebt habe, antwortete Putin: «Dazu möchte ich lieber nichts sagen.»

Der Präsident steuert bei der Wahl ohne ernsthafte Gegenkandidaten eine weitere sechsjährige Zeit im Kreml an.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.

Leserkommentare

Für unabhängige Themen senden Sie einen Leserbrief an die Redaktion. Allgem. Kommentardiskussion

Pflichtfelder
Jürgen Franke 15.03.18 11:21
Danke Mike, für den Hinweis, doch
offensichtlich konnten die auch nicht feststellen, wo der Flieger "gelandet" ist. Die Suche ist nach meinen Infos noch nicht aufgegeben worden.
Mike Dong 15.03.18 10:04
@Hr.Franke / darüber wurde bisher nichts berichtet
Hallo Herr F., natürlich wurde darüber bereits vor Jahren berichtet. Unter anderem im Forbes Magazine als auch im BBC wurde es, allerdings in Englisch, recht gut erklärt. Sie können das noch online finden, wenn Sie nach ACARS suchen.
Jürgen Franke 15.03.18 08:39
Auch wenn der Kontakt zu einem Flieger
abgerissen ist, geben die Triebwerke, sofern mir bekannt ist, unabhängig davon, Messergebnisse zu den Herstellerwerken weiter. Darüber ist bisher nichts berichtet worden.
Norbert Kurt Leupi 15.03.18 01:49
Verschwörungstheoretiker / Herr Michael Meier
Wart`s ab , vielleicht " taucht " noch einer zur MH 370 ab , aber auftauchen wird er nicht mehr ! Wir wissen zweifelsfrei , dass es Verschwörungen gab , da welche aufgeflogen sind ! Wenn eine Verschwörung auffliegt , dürfte sie genauso normalverteilt sein , wie gut und böse , ergo besteht auch eine Wahrscheinlichkeit , dass es Verschwörungen ,von denen wir ja nunmal wissen , dass es sie gibt, ewig unentdeckt bleiben und zwar unabhängig ihrer Grösse !
TheO Swisshai 15.03.18 01:06
@Jürgen Franke / MH-370
Lieber Herr Franke, Ihren Bezug auf MH 370, würde ich rabenschwarzen Humor nennen.