Proteste in Niederlanden

Bauern blockieren Autobahnen

Foto: Freepik
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AMSTERDAM: Aus Protest gegen geplante Umweltauflagen haben Bauern in weiten Teilen der Niederlande stundenlang den Verkehr lahm gelegt. Mit Dutzenden Treckern und Heuballen blockierten sie am Montag Autobahnen, Auffahrten und Landstraßen. An der deutschen Grenze in der Provinz Groningen im Norden wurden einige Grenzübergänge nach Niedersachsen blockiert. Dutzende Bauern protestierten auch vor Rathäusern und auf dem Mediapark in Hilversum, dem nationalen Zentrum von TV- und Radioanstalten. Am Abend versammelten sich wütende Bauern vor dem Wohnhaus der zuständigen Umweltministerin Christianne van der Wal.

Politiker übten scharfe Kritik an den Blockaden. Diese Aktionen hätten andere Menschen in Gefahr gebracht. Die Polizei griff an einigen Orten ein, verhängte Bußgelder und beschlagnahmte Traktoren. Am späten Abend verlief der Autoverkehr weitgehend störungsfrei.

Die Protestaktionen hatten gegen 12 Uhr begonnen. Vor allem im Südosten und Norden des Landes entstanden Kilometer lange Staus, wie die Verkehrsbehörden mitteilten.

Die Bauern protestieren gegen geplante Maßnahmen der Regierung. Der Ausstoß von Stickstoff muss nach einem höchstrichterlichen Urteil stark reduziert werden. Bei Naturgebieten soll der Schadstoff-Ausstoß um rund 70 Prozent verringert werden. Das aber kann nach Regierungsangaben das Aus für etwa 30 Prozent des Vieh-Betriebe bedeuten.

Aktionsgruppen warnten die Regierung vor einer Eskalation der Proteste. Die Bewegung Agractie forderte die Umweltministerin auf, die Pläne zu stoppen. «Die Bauern werden kämpfen für ihre Zukunft», drohte Anführer Bart Kemp am Montag in einem Video. Bereits am vergangenen Mittwoch hatten die Bauern demonstriert und den Verkehr an vielen Stellen lahmgelegt.

Die Niederlande sind einer der weltweit größten Exporteure von Agrar-Produkten. 2021 wurden Produkte im Wert von etwa 105 Milliarden Euro exportiert. Jahrzehntelang hatte das Land sich nicht an die europäischen Schadstoff-Normen gehalten. Landwirtschaft ist der größte Verursacher von Stickstoff.

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