Proteste in Bangkok gegen Cannabis-Verbot

Foto: epa-efe/Narong Sangnak
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BANGKOK: In Bangkok machen hunderte Cannabisunternehmer, Landwirte und Aktivisten mobil gegen die Regierungspläne, Marihuana nur zwei Jahre nach seiner Entkriminalisierung erneut als Betäubungsmittel zu klassifizieren. Die drohende Wiedereinstufung hat am Dienstag (28. Mai 2024) eine große Protestkundgebung vor dem Hauptsitz der Wirtschafts- und Sozialkommission der Vereinten Nationen für Asien und den Pazifik ausgelöst.

Die Veranstalter der Protestaktion haben fast 2.000 Unterschriften gesammelt, die eine rechtliche Petition unterstützen sollen. Diese zielt darauf ab, den Schritt der Regierung zu blockieren. „Stoppt die Schändung von Cannabis“, forderten die Demonstranten auf ihren Plakaten. Die Petition wird gegen Premierminister Srettha Thavisin gerichtet und soll beim zentralen Verwaltungsgericht eingereicht werden, wie der Cannabisunternehmer Jerawat Tanyaprirom erklärte, der die Unterschriftensammlung leitete.

Foto: epa-efe/Narong Sangnak
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Die von Premierminister Srettha Anfang des Monats angekündigte Neukriminalisierung würde die lokale Cannabisindustrie in eine neue Phase der Unsicherheit stürzen. Nach der Entkriminalisierung im Jahr 2022 und der Einstufung als „kontrolliertes Kraut“ erlaubte Thailand den florierenden Verkauf von Cannabiskonzentraten, solange diese nicht mehr als 0,2 Prozent Tetrahydrocannabinol (THC) enthalten. Die Rückkehr zu strikten Verboten steht im krassen Gegensatz zu den bisherigen liberalen Regelungen, die eine blühende Industrie hervorgebracht haben.

Der Gesundheitsminister Somsak Thepsutin erläuterte kürzlich, dass der Anbau und die Nutzung von Cannabis zu medizinischen Zwecken und für Forschungszwecke weiterhin erlaubt sein werden, während der Freizeitkonsum streng verboten wird. Dieses Genehmigungssystem soll für Gesetzestreue keine Belastung darstellen, versicherte er.

Foto: epa-efe/Narong Sangnak
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In einer Stellungnahme der Interessengruppe „Writing Thailand's Cannabis Future“ wird die Regierung aufgefordert, die Branche eher zu regulieren als sie pauschal zu kriminalisieren. Die Gruppe hat auch zu einer weiteren Kundgebung aufgerufen, die am 9. Juni 2024 stattfinden soll, am zweiten Jahrestag der Entkriminalisierung von Cannabis in Thailand.

Mehr als eine Million Haushalte haben sich bereits registriert, um Cannabis anzubauen, und die Nachfrage nach medizinischem und gesundheitlichem Cannabis bleibt hoch. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Regierung auf die Proteste und die wachsende Unzufriedenheit in der Bevölkerung reagiert.

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