Proteste gegen Rom: Premier Conte fordert Zusammenhalt

Protest gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie Zusammenstoß mit der Polizei in Rom. Foto: epa/Giuseppe Lami
Protest gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie Zusammenstoß mit der Polizei in Rom. Foto: epa/Giuseppe Lami

ROM: Angesichts gewalttätiger Proteste gegen verschärfte Corona-Schutzmaßnahmen hat Italiens Regierungschef Giuseppe Conte die Bürger zum Zusammenhalt aufgerufen. «Dies ist wirklich die Zeit, um vereint zu bleiben, insbesondere angesichts des wirtschaftlichen Leids, der seelischen Belastungen, des Ärgers, der Angst und der Sorgen vieler Mitbürger», sagte er am Donnerstag vor dem Parlament in Rom. Conte erläuterte im Abgeordnetenhaus, der größeren von zwei Kammern, die Corona-Politik der Mitte-Links-Regierung.

Rom wisse, dass die Einschränkungen für Bars und Lokale sowie die Schließung von Theatern und Kinos harte Einschnitte seien, versicherte der parteilose Jurist. Doch andere Länder Europas seien wegen der rasant steigenden Zahlen von Virus-Neuinfektionen in einer ähnlich schwierigen Lage. Conte nannte Deutschland und Frankreich als Beispiele. Einige Staaten hätten noch schärfere Einschränkungen erlassen als Italien, sagte er.

Rom will einen zweiten vollen Lockdown wie im Frühjahr bei der ersten Corona-Welle vermeiden. Der Premier forderte die Italiener erneut zur Änderung von Verhaltensweisen und zum Einhalten der Schutzregeln auf.

Seit knapp einer Woche gab es in Italien bei Demonstrationen gegen die Regierung gewaltsame Ausschreitungen. Politiker machten unter anderem Neo-Faschisten, jugendliche Straftäter und linke Extremisten für Übergriffe verantwortlich. Am Mittwochabend hatten in Verona nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa rund 500 Menschen vornehmlich aus dem rechtsradikalen Spektrum randaliert. Auch in Palermo, Bari und Genua gab es Krawalle.

Das Kabinett hatte Vorschriften wie die Schließung aller Lokale um 18.00 Uhr verfügt. In dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern überschritt die Anzahl der binnen eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen am Donnerstag die Marke von 25.000 - die Behörden zählten über 26.800 Fälle. Conte sprach am selben Tag auch in der zweiten Parlamentskammer, dem Senat.

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