Preiskontrolle privater Hospitäler womöglich verfassungswidrig

Foto: The Nation
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BANGKOK: Private Krankenhäuser sind vor dem Obersten Verwaltungsgericht gescheitert, die Anordnung eines Regierungsausschusses zur Kontrolle medizinischer Preise als unzulässig zu erklären.

Die Richter haben jedoch zugestimmt, die Klage privater Krankenhäuser zu prüfen, ob die Anordnung möglicherweise verfassungswidrig ist. Der Zentralausschuss für Produkt- und Dienstleistungspreise hatte vor Wochen beschlossen, die medizinischen Preise zu kontrollieren, nachdem sich viele Verbraucher über zu hohe medizinische Gebühren beschwert hatten. Beispielsweise wurden einem Patienten 30.000 Baht für die Behandlung einer Durchfallerkrankung berechnet. Untersuchungen zeigen, dass private Krankenhäuser Medikamente mit großen Gewinnspannen verkaufen. Die Private Hospital Association hatte zusammen mit 42 privaten Krankenhäusern eine Petition beim Gericht gegen die Kontrolle von Preisen für medizinische Dienstleistungen und Medikamente eingereicht.

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Jürgen Franke 16.06.19 15:53
Das Argument der Krankenhäuser, die
Kontrollen womöglich als "verfassungswidrig" anzusehen, ist durchaus nachvollziehbar, da in Thailand doch offensichtlich jeder machen kann, was er will: Motorradtaxi fahren, Bauen auf fremden Land, Vermietung ohne Gewerbeanmeldung, usw. usw.. Aber ernsthaft: Hoffen wir, dass hier der Staat mit diesen Zuständen möglichst zeitnah Abhilfe schafft.
Thomas Mohr 16.06.19 12:48
Preiskontrolle privater Hospitäler
@Ernst Schwartz; 100.000 THB für 3 Tage Hospitalbehandlung ist viel Geld, da bin ich ganz bei Ihnen. Die Frage ist immer, was in den 3 Tagen gemacht wurde in Hinsicht auf Medikamentenverabreichungen, Fachkonsile, pflegerischen Aufwand etc. Gleichfalls muss die Unterbringungssituation berücksichtigt werden (Normal- Intensivstation). Gehen Sie bitte davon davon aus, dass eine Intensivbehandlung in einem privaten Krankenhaus beispielsweise einer Lungenentzündung mit septischem Schock (was nicht so selten ist!), eine Unterbringung auf der Intensivstation bedingt und so ein Tag mit durchschnittlich 80.000 THB (Intubation, maschinell assistierte Beatmung mit Blutgaskontrollen, zentrale Venenverweilkathetern, Blutkulturen, intravenöse Antibiotikabehandlung, Sedation, Thromboseprophylaxe maschinell und Heparin, Dopaminbehandlung zur Stützung des Kreislaufes, Geringungsmamagement, Physiotherapie, Röntgenkontrollen und die Behandlung eventueller Grundleiden wie z.B. Diabetes, Hochdruckerkrankung, Herz-und/oder, Nierenschwäche, etc.) zu Buche schlägt..
JoHu 16.06.19 01:24
@Ernst Schwartz
Stimme Ihrer Argumentation 100%-ig zu. Habe aber hier schon erschreckend viele Farangs getroffen, die mit Gerechtigkeit, Gemeinschaftssinn etc. so gar nichts am Hut haben. Obwohl sie im Ernstfall auch selber von den negativen Auswirkungen betroffen sein könnten.
Gerd Melcher 15.06.19 22:21
Recht hat Ingo
Da muss ich voll beifpflichten. Mich ärgert jedes mal die überhöhten Preise der privaten KH. Auch wenn dies die Krankenversicherungen bezahlen müssen. Leztlich zahlen wir dies wieder über höhere Beitrage. Da dieses Verhalten von den Kliniken nicht freiwillig aufgegeben wird, ist es die Aufgabe und die Pflicht der Regierung dies zu unterbinden.
Siam Fan 15.06.19 22:20
Wucher!
So isses! Ausländer werden wegen Versicherungsbetrug (zB Fake-Diebstahls-Anzeige) bestraft und ausgewiesen. Ich kann mir nicht vorstellen, der aufstrebende Rechtsstaat TH misst hier mit zweierlei Maßstäben!