Präsidentschaftswahl : Wer tritt an?

Werbetafeln für den Präsidentschaftswahlkampf in Paris. Foto: epa/Mohammed Badra
Werbetafeln für den Präsidentschaftswahlkampf in Paris. Foto: epa/Mohammed Badra

PARIS: Am Wochenende schreitet Frankreichs Bevölkerung zur Wahlurne, um ein neues Staatsoberhaupt zu bestimmen. Zwölf der zahlreichen Bewerberinnen und Bewerber um das höchste Staatsamt haben ausreichend Unterstützer-Unterschriften gesammelt und werden auf dem Wahlzettel stehen. Eine Auswahl der aussichtsreichsten Kandidaturen:

EMMANUEL MACRON, 44, LREM (La République en Marche!)

Der liberale Mitte-Politiker und amtierende Präsident hat wohl die besten Chancen auf den Wahlerfolg. In Umfragen steht er bei etwa 26,5 bis 27,5 Prozent der Stimmen. Auch in diesem Wahlkampf setzt er auf das Thema Europa. Er will zudem wirtschaftlichen Fortschritt bringen und Ungleichheiten bekämpfen, etwa indem er die Gesundheitsversorgung und die Bildung stärkt.

MARINE LE PEN, 53, Rassemblement National

Die rechte Politikerin tritt bereits zum dritten Mal an, gibt sich mittlerweile aber gemäßigter als früher. 2017 verlor sie in der Stichwahl gegen Macron. In den Umfragen liegt sie mit 21 bis 23 Prozent auf Platz zwei. Sie will Einwanderung und Sozialleistungen für Ausländer einschränken, eine tatsächliche lebenslange Haft ermöglichen und die Autobahnen verstaatlichen.

JEAN-LUC MÉLENCHON, 70, La France Insoumise

Für das linke Urgestein ist es bereits der dritte Anlauf zur Präsidentschaft. Mit 15,5 bis 17 Prozent werden ihm aus dem linken Lager in den Umfragen die besten Chancen ausgerechnet. Sein Kernthema ist soziale Gerechtigkeit. Er fordert etwa einen höheren Mindestlohn, nicht mehr weiter steigende Preise und verbindliche Volksbegehren.

ÉRIC ZEMMOUR, 63, Reconquête!

Der rechtsextreme Politikneuling erreichte aus dem Stand hohe Umfragewerte. Mittlerweile sehen die Institute den Publizisten aber nur noch bei etwa 10 Prozent. Mit radikalen Äußerungen sorgte er mehrfach für Aufruhr und wurde gar wegen Volksverhetzung verurteilt. Er will kaum noch Asylbewerber zulassen, fordert das Ende des Familiennachzugs und mehr Rechte für die Polizei.

VALÉRIE PÉCRESSE, 54, Les Républicains

Die ehemalige Ministerin und Präsidentin des Regionalrats der Hauptstadtregion Île-de-France ist die erste Frau, die die Konservativen ins Rennen um den Élyséepalast schicken. Sie wirbt mit einer Migrationsquote, Dezentralisierung, Bürokratieabbau und sinkenden Staatsausgaben. In Umfragen steht sie bei 8,5 bis 10 Prozent.

YANNICK JADOT, 54, EELV (Europe Écologie Les Verts)

Der Europapolitiker ist gemeinsamer Kandidat mehrerer grüner Parteien und gilt als eher gemäßigt. Seine Themen sind Nachhaltigkeit und ökologische Transformation, Kampf gegen den Klimawandel und Stärkung des öffentlichen Sektors. Bereits bei den Präsidentschaftswahlen 2017 war er Kandidat der Grünen, verzichtete letztlich aber zugunsten des Sozialisten Benoît Hamon. Umfragen sehen ihn bei 4,5 bis 5,5 Prozent.

ANNE HIDALGO, 62, Parti Socialiste

Die Pariser Bürgermeisterin war die Hoffnungsträgerin der Sozialisten und liegt in Umfragen nun bei gerade einmal 2 Prozent. Ihre Themen sind etwa höhere Löhne, eine allgemeine Arbeitslosenversicherung, stärkere Gewerkschaften und Klimaschutz.

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