Präsident Kampaniens kritisiert Anlandung von Migranten

Das Schiff Ocean Viking kommt in Pozzallo an. Foto: epa/Francesco Ruta
Das Schiff Ocean Viking kommt in Pozzallo an. Foto: epa/Francesco Ruta

ROM: Nach der Anlandung des Schiffs «Ocean Viking» mit fast 390 Migranten an Bord in der süditalienischen Stadt Salerno hat der dortige Regionalpräsident das Vorgehen der Behörden kritisiert. «Ich glaube, dass keine Anlandung akzeptabel ist, weder im Hafen von Salerno noch im Hafen von Neapel», sagte Kampaniens Präsident Vincenzo De Luca am Dienstag vor Journalisten. Informationen, dass weitere Schiffe von zivilen Seenotretter-Organisationen dort ankämen, lägen ihm nicht vor, sagte der 73 Jahre alte Sozialdemokrat weiter.

Die Ankunft war De Luca zufolge deshalb ein Problem, weil sich auf dem Schiff zwischen 50 und 60 coronapositive Menschen befanden. Die Kommune habe sich der unbegleiteten Kinder angenommen. «Aber ich habe noch nicht wirklich verstanden, wo die anderen hin gegangen sind, selbst wenn sie positiv sind», sagte er. Es sei eine solidarische Pflicht, die Menschen zu empfangen, aber dazu gehöre nicht, Corona-Ansteckungen hinzunehmen, betonte De Luca.

Die «Ocean Viking» der privaten Organisation SOS Méditerranée brachte die auf ihrem Weg von Nordafrika Richtung EU in Seenot geratenen Menschen am Montag nach Salerno, ein Hafen südlich von Neapel.

Die Anlandungen von Migranten sind in Italien vor allem im laufenden Wahlkampf ein großes Streitthema. Nach aktuellen Umfragen könnte ein Mitte-Rechts-Bündnis mit den rechtsextremen Fratelli d'Italia als stärkste Kraft unter Umständen eine Regierung bilden. Für die Migrationspolitik könnte das bedeuten, dass zivile Seenotretter weitere Probleme bekommen, wenn sie Menschen in einem sicheren Hafen in Italien an Land bringen wollen. Gewählt wird am 25. September.

Befeuert wird die Debatte auch, weil die Zahl der Menschen, die Italien in Booten erreichen, zuletzt deutlich stieg. Stand Montag kamen in diesem Jahr bislang rund 41.500 Migranten an. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 29.350, wie aus den Zahlen des Innenministeriums hervorging.

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Thomas Knopf 05.08.22 15:09
Wwnn nur solch ein "Aufschrei"...
... auch immer erfolgen würde, wenn es z. B. um Mißbrauch von Kindern geht. Aber das darf ja ein Deutscher, bleibt ja in der Familie.
Mir geht es nur darum, das für mich die "Verhältnisse" des verbalen Engagement oft zu wünschen übrig bleibt.
Bin in keinster Weise ein Anhänger von A. H... aber er hat selbst vor seinem Tod gesagt, das die Besten im Krieg gefallen sind. Die Duckmäuser und Maulhelden blieben übrig u. haben sich leider unverhältnismäßig vermehrt.
Gegen milliardenschwere Steuerhinterzieher und Vermeider :da herrscht fast auch Schweigen im Walde. Das wir selber kaum noch Bachwuchs zeugen/erziehen und Zuwanderung brauchen :Funkstille.
Wenn hier Dänemark angeführt wird :dann aber bitte richtig.
Konsequente Ausbildung der Zugewanderten und es gibt mehr Fachkräfte.
Gerade jene, cdid negativ ihren Mund in Thailand aufmachen :wer soll den in Zukunft auch eure Renten und Pensionen erarbeiten?
Schon jetzt kannste hier nach Auszubildende mit der Lupe suchen. Und wenn sie Wirtschaftsflüchtlinge sind :was nehmen DIE an Risiko auf sich gegenüber dem wohlsaturierten "Rentner" - Flüchtling nach z. B. Thailand'?
Ich finde, es sollte eher besser und gezielter vor Ort angeworben werden. Schaut Euch dich mal diesen KFZ Meister Céphas Bansah Ludwigshafen an, der durch Zufall König seines Stammes wurde irgendwo in Ghana wurde. Solch "günstige" Entwicklungshilfe bekommen wir nirgends. Und solche Menschen wollen eher mit D., nicht mit China!!
Günther Fromhold 04.08.22 05:08
Anlandungen von Migranten !
Es fällt sicher leichter, mit Geld das man nicht selbst bezahlt, politische und soziale Entscheidungen zu fällen. Es wird immer nur vom Recht der Einwanderer ausgegangen. Wo bleibt das befragen der Leute, die das bezahlen, die werden einfach übergangen. Die Migranten suchen sich Ihr Asyl-Land aus, wo sie am meisten Unterstützung bekommen. Irgendwann kippt dieses System, vorrausschauen hätte Vorteile.