Präsident besucht von Vulkanangst geplagte Azoren-Insel

Der Präsident von Portugal, Marcelo Rebelo de Sousa (R), auf den Azoren. Foto: epa/Tiago Petinga
Der Präsident von Portugal, Marcelo Rebelo de Sousa (R), auf den Azoren. Foto: epa/Tiago Petinga

LISSABON: Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa hat am Sonntag die Azoren-Insel São Jorge besucht, wo seit Tagen ein Vulkanausbruch befürchtet wird. Er habe überhaupt keine Angst, auf die Insel zu kommen, sagte Rebelo bei seiner Ankunft auf der fast 1500 Kilometer vom portugiesischen Festland entfernten Insel im Atlantik. Es gehe ihm darum, den Menschen «Zuversicht zu vermitteln», sie brauchten sich nicht zu beunruhigen oder in Alarmstimmung zu sein, fügte das Staatsoberhaupt hinzu, wie die portugiesische Zeitung «Correio da Manhã» berichtete.

Seit dem 19. März wurden rund 13.000 kleine Erdstöße registriert, doppelt so viele wie im gesamten vergangenen Jahr. Solche Schwarmbeben können ein Hinweis auf einen bevorstehenden Vulkanausbruch sein. So war es zum Beispiel unmittelbar vor dem Ausbruch des Vulkans in der Cumbre Vieja auf der zu Spanien gehörenden Kanareninsel La Palma, wo die Erde von September bis Dezember Lava ausspuckte und es große Zerstörungen gab.

Aus Sorge, dass sich das nun auf São Jorge wiederholen könnten, haben mehr als 1500 der insgesamt etwa 8400 Bewohner die Insel bereits vorsichtshalber verlassen.

Mehrere Experten erklärten, man habe noch zu wenige Informationen, um konkrete Aussagen machen zu können. Der Geologe Ricardo Ramalho sagte der Zeitung «Público», ein größerer Vulkanausbruch wie etwa jener auf La Palma sei zwar nicht auszuschließen. «Aber viele dieser seismischen Krisen führen glücklicherweise nicht zu Vulkanausbrüchen.»

Das Auswärtige Amt in Berlin warnte, Reisende sollten wegen der außergewöhnlich großen Anzahl seismischer Aktivitäten vorerst auf einen Besuch von São Jorge verzichten. Die von Landwirtschaft geprägte Insel wird allerdings nur von wenigen Touristen besucht.

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