Polizist bei Protesten gegen Tod junger Frau im Iran getötet

Ein Protestierender des Nationalen Widerstandsrates des Iran (NWRI) gestikuliert. Foto: epa/Clemens Bilan
Ein Protestierender des Nationalen Widerstandsrates des Iran (NWRI) gestikuliert. Foto: epa/Clemens Bilan

ISTANBUL: In Reaktion auf den Tod einer jungen Frau im Iran haben sich in der türkischen Metropole Istanbul zahlreiche Demonstranten vor dem iranischen Generalkonsulat versammelt. «Die 22-jährige Iranerin, Mahsa Amini, hat ihr Leben verloren, nachdem sie von der Polizei geschlagen wurde. Was hat sie verbrochen? Sie hat ihre Haare nicht vollständig verdeckt», stand auf dem Plakat eines Teilnehmers der Demonstration im Stadtteil Fatih. «Türkei Türkei danke», riefen manche Demonstranten und bedankten sich damit bei den türkischen Behörden, die den Protest zugelassen hätten.

«Die Moralpolizei ermordete eine junge Frau, weil sie ihren Hidschab (islamische Kopfbedeckung) nicht richtig trug. Die Moralpolizei ist ein Alptraum für alle Frauen (...). Du kannst vor Gericht geladen werden, weil du den Hischab nicht richtig trägst», sagte eine 32-jährige Teilnehmerin der Deutschen Presse-Agentur. Deswegen habe sie vor einem Jahr den Iran verlassen.

Hintergrund der Demonstrationen im Iran ist der Tod der 22-Jährigen Mahsa Amini. Sie war vor gut einer Woche von der Sittenpolizei wegen ihres «unislamischen Outfits» festgenommen worden. Was genau mit Amini nach ihrer Festnahme geschah ist unklar, jedenfalls fiel sie ins Koma und starb am Freitag in einem Krankenhaus. Kritiker werfen der Moralpolizei vor, Gewalt angewendet zu haben. Die Polizei weist die Vorwürfe entschieden zurück.

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