Polizei verbietet Großdemonstration in Hongkong

Foto: Twitter/@momesmolli
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HONGKONG (dpa) - Die Hongkonger Polizei hat eine für Sonntag geplante Großdemonstration aus Sicherheitsgründen verboten. Auch der Berufungsantrag der Organisatoren der Civil Human Rights Front wurde am Freitag abgewiesen, wie der Regierungssender RTHK berichtete. Das Verbot wurde damit begründet, dass der Protest wahrscheinlich wieder in Gewalt enden werde und die Organisatoren nicht in der Lage sein dürften, die Teilnehmer im Griff zu haben.

Es wurde davor gewarnt, trotzdem zu demonstrieren, was strafrechtlich verfolgt werden könne. Überhaupt forderte die Polizei die Hongkonger auf, an dem durch das Mondfest am Freitag verlängerten Wochenende von Protesten abzusehen. Trotzdem gab es auch am Freitag verschiedene kleinere Aktionen und Menschenketten.

Wegen der unsicheren Lage in der chinesischen Sonderverwaltungsregion wurde das für Anfang Oktober geplante internationale Tennisturnier Hong Kong Open verschoben. «Ein reibungsloser Ablauf des Turniers kann zu einem späteren Zeitpunkt besser gewährleistet werden», teilten Hongkongs Tennisvereinigung und der Weltverband mit.

Das Turnier war vom 5. bis 13. Oktober geplant - kurz nach Chinas Nationalfeiertag am 1. Oktober. Zum 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik werden in Hongkong größere Proteste erwartet, während in Peking eine Militärparade stattfinden wird. Seit mehr als vier Monaten kommt es in Hongkong zu Demonstrationen gegen die dortige Regierung, die kommunistische Führung in Peking und ihren wachsenden Einfluss auf Hongkong.

Die frühere britische Kronkolonie wird seit der Rückgabe 1997 an China mit einem eigenen Grundgesetz nach dem Prinzip «ein Land, zwei Systeme» autonom regiert. Die sieben Millionen Hongkonger stehen unter Chinas Souveränität, genießen aber - anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik - mehr Rechte wie etwa Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Viele fordern auch freie Wahlen, wie sie ihnen einst in Aussicht gestellt worden waren.

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Hermann Auer 14.09.19 21:30
@David Hermann
Zitat: "Nun, seit Arminius vor 2,000 Jahren hat sich ja niemand mehr in Deutschland gegen Autokratie erhoben.". Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Die weiße Rose, Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg ... um nur einige zu nennen!
David Hermann 14.09.19 10:15
Pauschale Verbote von Demonstrationen, Warnung an die Hongkonger vor juristischer Verfolgung wenn sie fuer ihre Rechte auf die Strasse gehen: Die uebliche Masche des Kommunismus der es auch nach ueber 100 Jahren nicht schafft das vielzitierte "menschliche Antlitz" zu zeigen. Bin mal gespannt wie der tapfere "Ein-Parteien-Apparat", der mittlerweile immer ungenierter und immer gegensaetzlicher zum HK-Vertrag von 1984 agiert, die Hunderttausenden inhaftieren will, die seit Monaten friedlich durch Hong Kong ziehen. Die Hongkonger sind echt sauer darueber scheibchenweise ihre Freiheiten beschnitten zu bekommen weil es die Herren vom ZK so wollen. Und die Hongkonger sind nicht so furchtsam und passiv wie etwa der deutsche Kulturkreis dessen bekanntester Freiheitskaempfer ... aehh, ... hoppla - nicht mal Google kennt einen. Nun, seit Arminius vor 2,000 Jahren hat sich ja niemand mehr in Deutschland gegen Autokratie erhoben. Daher kommt wohl auch das mehr oder weniger klammheimliche Wohlwollen bei vielen hier fuer die Unterdrueckung der Buerger in Hong Kong.