Polizei geht gegen WM-Wetten vor

Rote Karte für WM-Wetten. Die Polizei will während der Fußballweltmeisterschaft 2022 gegen illegales Glücksspiel vorgehen. Symbolbild: Fotolia.com
Rote Karte für WM-Wetten. Die Polizei will während der Fußballweltmeisterschaft 2022 gegen illegales Glücksspiel vorgehen. Symbolbild: Fotolia.com

BANGKOK: Der thailändischen Polizei stehen mit der FIFA-WM, die am Sonntag in Katar begann, wieder ein paar harte Arbeitswochen bevor. Sie soll nämlich die berüchtigte Lust des Landes auf Wetten gegen Geldeinsatz, die in Thailand verboten sind, während der Fußballweltmeisterschaft 2022 unterdrücken.

Glücksspiele sind in Thailand nach wie vor illegal, mit Ausnahme der nationalen Lotterie und der Pferderennen. Das wird die Thailänder erfahrungsgemäß jedoch nicht davon abhalten. Laut der Universität der Thailändischen Handelskammer werden Thais rund 57,2 Milliarden Baht (1,6 Milliarden US-Dollar) auf die Weltmeisterschaft setzen.

Thailands nationaler Polizeichef Damrongsak Kittiprapas hat seine Beamten deshalb zur Verstärkung ihrer Überwachungsmaßnahmen gegen illegales Glücksspiel und Sportwetten angewiesen, nachdem die Fußballweltmeisterschaft 2022 am Sonntag (20. November 2022) in Katar begann.

Das illegale Glücksspiel in Form von Lotterien, Kasinos, Hahnenkämpfen und Muay Thai wird in Thailand jährlich mit Milliarden von Baht bewertet.

Die neue Welle der WM-Fußballwetten hat Befürchtungen ausgelöst, dass Thailänder, die nach der Covid-19-Krise verzweifelt nach Geld suchen, sich dem Glücksspiel zuwenden und noch tiefer in Schulden versinken. Das Glücksspiel ist in den letzten Jahren auch durch die Verbreitung von Wett-Webseites erleichtert worden.

General Damrongsak teilte auf einer Pressekonferenz mit, dass er die Cyber-Taskforce der Polizei und das Cyber Crime Investigation Bureau (CCIB) angewiesen hat, die Überwachung der Online-Glücksspiele bei allen 64 Spielen der Fußballweltmeisterschaft in Katar zu übernehmen.

Die beiden Behörden werden unter der Aufsicht von General Torsak Sukwimol, dem für die Verbrechensbekämpfung zuständigen stellvertretenden Generalkommissar der Polizei, arbeiten.

In der Zwischenzeit werden die Polizeidienststellen in Vergnügungslokalen, Hotels, Bars, Restaurants, Internetcafés und anderen Orten in ihrem Zuständigkeitsbereich nach WM-Wetten Ausschau halten.

Alle Webseiten, auf denen für Wettdienste geworben wird, würden gesperrt und ihre Hintermänner verhaftet, warnte General Damrongsak.

Denjenigen, die sich der Organisation von Fußballwetten schuldig gemacht haben, droht eine Geldstrafe von 20.000 bis 200.000 und/ oder eine Gefängnisstrafe von einem Jahr bis zu 10 Jahren, fügte er hinzu.

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