China verbietet Plastiktüten in Läden

Foto: epa/Paul Hilton
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PEKING (dpa) - China ist der weltgrößte Produzent von Plastik. Große Mengen landen auf Müllkippen oder verschmutzen das Land und die Meere. Das soll ein Ende finden: Es beginnt mit einem Plastiktüten-Verbot.

China verbietet Plastiktüten in Supermärkten und den Einsatz von Einwegprodukten aus Kunststoff in Hotels und Restaurants. Die staatliche Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) verkündete am Sonntag in Peking einen schrittweisen, «ehrgeizigen Plan» zur Verringerung von Plastikmüll in den nächsten fünf Jahren. Danach dürfen ab Ende dieses Jahres in großen Metropolen in Supermärkten und anderen Geschäften keine Plastiktüten mehr herausgegeben werden. Ende 2022 gilt das Verbot auch in kleineren Städten. Ende dieses Jahres werden auch Strohhalme aus Plastik landesweit verboten.

China ist der größte Hersteller von Plastik und hat einen Anteil von rund einem Drittel an der globalen Produktion. Da das Milliardenvolk viel Kunststoff verbraucht und dabei wenig recycelt wird, verschmutzt das Plastik die Landschaft und landet oft im Meer. Mit dem Plan hofft die chinesischen Regierung, bis 2025 die Umweltverschmutzung mit Plastik «wirksam unter Kontrolle zu bringen» und die Menge von Plastikabfällen auf den Müllkippen wichtiger Städte «bedeutend zu reduzieren».

Nach dem Plan darf die Gastronomie in großen Städten ab Ende des Jahres kein Plastikbesteck mehr einsetzen - in kleineren Städten ab Ende 2022. Auch in Hotels sollen Einweg-Plastikprodukte verringert werden. Ab Ende 2022 dürfen Hotels, die mit Sternen ausgezeichnet sind, ihren Gästen nicht mehr Produkte wie Zahnbürsten oder Kämme anbieten. Vielmehr sollen sie über Automaten verkauft werden. Im Bad der Hotelzimmer soll Seife in auffüllbaren Behälter zur Verfügung stehen. Ende 2025 müssen alle Hotels und Unterkünfte im Land folgen.

Paketdienste in großen Städten wie Peking, Shanghai oder in wirtschaftlich boomenden Provinzen wie Jiangsu, Zhejiang, Fujian oder Guangdong dürfen ab Ende 2022 auch keine Plastiktüten mehr als Verpackung benutzen. Auch wird Kurierdiensten der Einsatz gewebter Säcke aus Kunststoff untersagt. Ende 2025 soll das Verbot auch landesweit gelten, heißt es in den Anweisungen auf der Webseite der Reformkommission, dem obersten Wirtschaftslenkungsorgan.

Die Verfügung bekräftigte auch das bestehende Importverbot für Plastikmüll. Verboten sind auch die Produktion und der Einsatz von besonders dünnen Plastiktüten oder solchen Folien für die Landwirtschaft. Während weniger Plastik benutzt wird, sollen dafür alternative Produkte gefördert werden, heißt es in der Direktive. In Supermärkten und anderen Läden sollen umweltfreundliche Beutel aus Stoff, Papier oder anderen abbaubaren Materialien eingesetzt werden. Auch Essensverpackungen sollen aus Werkstoffen bestehen, die sich natürlich zersetzen.

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Hermann Hunn 24.01.20 22:23
Humor
@Hans-Dieter Volkmann: Autsch, Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Immerhin "erhalten" auch diejenigen Humor, die angeblich dafür hinten anstehen mussten. Im Gegensatz zu denen, die sich vordrängeln oder nie anstehen und deshalb leer ausgehen. Dass diejenigen, welche gefühlt nach 296 Tagen den Kalender nicht „updaten", und in ihrem Sprachgebrauch immer noch April-Sprüche klopfen, sowohl nicht nur „strohgescheit", sondern auch nicht ernst zu nehmende Scherzkekse sind, kommt der Wahrheit ausgesprochen nahe.
Mike Dong 23.01.20 00:03
@Herr Volkmann
Da haben Sie mich wohl mißverstanden. Ich unterstützte den Inhalt Ihres Kommentars zu 100 %.
Hans-Dieter Volkmann 22.01.20 17:52
Herr Dong, Herr Büttler. Das kann man wenden wie man will, es ändert nichts an der von mir geäußerten Realität. Oder wollen Sie mir Glauben machen das es Menschen gibt die Plastik nicht von Stroh unterscheiden können? Ja doch, die gibt es, die Strohdummen.
Hansruedi Bütler 22.01.20 11:57
Herr Volkmann,
bei der Vergabe des Humors mussten sie anscheinend hinten anstehen! :-)). In unserem Sprachgebrauch wurden solche Scherze oft mit dem 1. April verbunden.
Mike Dong 22.01.20 11:54
@Herr Volkmann
Das kommt davon, wenn man keine Updates oder Upgrades macht.