Pistorius gegen Bodentruppen in Ukraine

Verteidigungsminister Boris Pistorius in München. Foto: epa/Anna Szilagyi
Verteidigungsminister Boris Pistorius in München. Foto: epa/Anna Szilagyi

WIEN: Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat den Einsatz von deutschen Truppen im Ukrainekrieg ausgeschlossen. «Boots on the ground ist keine Option für die Bundesrepublik Deutschland», sagte Pistorius am Dienstag nach einem Arbeitstreffen mit seiner österreichischen Amtskollegin Klaudia Tanner (ÖVP) in Wien. Jüngste Äußerungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zu einem etwaigen Einsatz westlicher Truppen betrachte er als «Denkanstoß, dem offenbar niemand gefolgt ist», so der Minister.

Die Bundesrepublik werde die Ukraine weiterhin vielfältig unterstützen, aber Deutschland dürfe nicht selbst Kriegspartei werden, sagte Pistorius weiter. Tanner kritisierte die Aussagen von Macron als «besorgniserregendes Signal». Damit würde eine Eskalation drohen. Stattdessen gelte es, die aktuelle Sprachlosigkeit der Diplomatie endlich zu überwinden, so die Ministerin.

Macron hatte am Montagabend nach einer internationalen Ukraine-Unterstützerkonferenz in Paris, an der über 20 Staats- und Regierungschefs teilnahmen, festgestellt: «Es gibt heute keinen Konsens darüber, offiziell Bodentruppen zu entsenden.» Er fügte allerdings hinzu: «Aber in der Dynamik darf nichts ausgeschlossen werden. Wir werden alles tun, was nötig ist, damit Russland diesen Krieg nicht gewinnen kann.» Die Ukraine verteidigt sich seit zwei Jahren gegen den russischen Angriffskrieg.

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Leserkommentare

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Helge Fitz 28.02.24 23:20
Demnächst sitzt mutmaßlich ein weiterer lügender Verbrecher im Weißen Haus, der durch seine Hetze eigene Staatsbürger auf dem Gewissen hat. Für eine erfolgreiche konventionelle Aufrüstung bleibt den Europäern nicht genug Zeit. Wir würden zwischen Pest und Cholera wählen müssen, daher wäre ein dauerhafter Waffenstillstand a la Nord - und Südkorea für alle die eleganteste Lösung. Es ist höchste Zeit, dass die NATO erkennt, dass sie sich bei ihren geostrategischen Spielchen, welche die Ukraine als EU - Partner inkludiert, heftig verspekuliert hat
Rolf W. Schwake 28.02.24 20:30
Die Frage ist nur ...
... wie wollen sie mit einem lügenden Verbrecher einen Friedensplan schließen? Indem man aufgibt, sich versklaven läßt? WER DEM KREML-DIKTATOR DEN KLEINEN FINGER REICHT, IST ALSBALD DIE GANZE HAND LOS!
Wie sich Russland an seine unterschriebenen Verträge hält, sieht man am Budapester Memorandum von 1994: Erst sich unter Garantiezusage die Atomwaffen aushändigen lassen und als Dank dafür die Ukraine überfallen!
Die ganze EU paßt mehrfach in das russische Staatsgebiet, von Moskau nach Gibraltar sind es quer durch Europa nur gut 4000 km, von Moskau nach Wladiwostok in deren eigenem Land fährt man über 9000 km! Wovor haben die eigentlich Angst? Ich sage es Ihnen: Allein davor, dass Freiheit und Wohlstand nur auf demokratischem Weg erreicht werden können, siehe z.B. die osteuropäischen Länder heute.
Schon die Lateiner wussten vor 2000 Jahren, dass man den Krieg vorbereiten muss, wenn man Frieden will. Gebt daher den Ukrainern alles, was sie an konventionellen Waffen benötigen. Sie werden dann ganz allein die seit 2 Jahren maroden Neo-Sowjets aus dem Land werfen. Nur das beeindruckt die Russen!!!
Helge Fitz 28.02.24 16:40
Hierbei zeigt sich der wahre Wert der SPD an der Regierung. Und Olaf hat vollkommen Recht, wie und warum er die Marschflugkörper zurück hält. Danach folgen in der Forderungskette nämlich nur noch Kampfflugzeuge und Bodentruppen ! Ein nachhaltiger Friedensplan muss her, ohne Wenn und Aber !