Pilotenstreik bei Ryanair begonnen

Tausende kommen nicht ans Ziel

Foto: epa/Hayoung Jeon
Foto: epa/Hayoung Jeon

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Beim irischen Billigflieger Ryanair hat der bislang härteste Pilotenstreik in der Geschichte des Unternehmens begonnen. Das bestätigte am Freitagmorgen ein Sprecher der deutschen Pilotengewerkschaft «Vereinigung Cockpit» (VC).

Mitten in der Urlaubszeit haben die Piloten in Deutschland, Schweden, Irland, Belgien und den Niederlanden ihre 24-stündige Streikaktionen abgestimmt. Von insgesamt 2.400 geplanten Flügen strich Ryanair angesichts des Arbeitskampfes 400, davon allein 250 in Deutschland. Europaweit sind rund 55.000 Passagiere betroffen, 42.000 in Deutschland. Die Piloten streiken für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter.

Vor allem am frühen Morgen sollte dem Plan zufolge kaum ein Ryanair-Flieger von einem deutschen Flughafen abheben. Im Laufe des Tages sollen dann einige Flüge erfolgen mit Maschinen, die aus anderen, nicht bestreikten Ländern landen und auch wieder starten. Betroffene Kunden konnten umbuchen oder sich ihre Tickets erstatten lassen. Weitere Entschädigungen lehnt Ryanair ab.

Der Ausstand in Deutschland begann um 03.01 Uhr und am Samstag um 02.59 Uhr enden. Weitere Streiks in der Urlaubszeit hat die VC nicht ausgeschlossen, will sie aber mit einer Frist von 24 Stunden vorher ankündigen.

Die abgestimmte Aktion ist der bislang größte Pilotenstreik in der Geschichte der größten Billig-Airline Europas, die erst seit Ende 2017 Gewerkschaften anerkennt.

Gewerkschaften und Ryanair beschuldigen sich gegenseitig, die seit rund sechs Monaten laufenden Verhandlungen zu blockieren. Die VC will bei der irischen Gesellschaft erstmals ein System aus Vergütungs- und Manteltarifvertrag etablieren und zieht dafür andere Fluggesellschaften als Muster heran. In den Vorschlägen sind zahlreiche Details etwa zu Dienstzeiten, Versetzungen oder Fixanteilen des Gehalts enthalten. Ryanair verweist auf vergleichsweise hohe Endgehälter ihrer Kapitäne und Copiloten. Das Unternehmen will keine Vereinbarungen treffen, die sein Niedrigkostenkonzept in Frage stellen würden.

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