Philippinen ziehen Lizenz für Dengue-Impfung nach Todesfällen zurück

Foto: epa/Francis R. Malasig
Foto: epa/Francis R. Malasig

MANILA (dpa) - Die Philippinen haben die Lizenz für einen potenziell gefährlichen Dengue-Impfstoff dauerhaft zurückgezogen. Der französische Pharmakonzern Sanofi Pasteur habe es versäumt, die notwendigen Dokumente für eine Wiederzulassung von Dengvaxia einzureichen, begründete die Arzneimittelbehörde des Landes ihren Schritt am Dienstag. Der Import, Verkauf und Vertrieb des Impfstoffs sei damit untersagt. Sanofi bestritt, die erforderlichen Dokumente nicht vorgelegt zu haben.

Im Zuge eines Programms gegen Dengue-Fieber in den Jahren 2016/17, bei dem mehr als 830 000 philippinischen Kindern Dengvaxia verabreicht wurde, hatte es im Inselstaat mehrere Todesfälle gegeben. Daraufhin stellte die Regierung das Impfprogramm ein und stoppte im Dezember 2017 landesweit den Verkauf und den Vertrieb des Medikaments für zunächst ein Jahr. In dieser Zeit sollte Sanofi für eine Wiederzulassung bestimmte Dokumente vorlegen, habe dies aber nicht getan, so die Behörde.

Sanofi hatte nach den Vorfällen selbst vor seinem Impfstoff gewarnt: Für Menschen, die vor der Impfung noch nie Dengue-Fieber hatten, besteht demnach ein erhöhtes Risiko, anschließend an einer besonders schweren Form zu erkranken. Die Philippinen waren weltweit das erste Land, das Dengvaxia zur Massenimpfung einsetzte.

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Siam Fan 20.02.19 13:39
"Mehrere Todesfälle"
Und wieviel Kinder haben es überlebt, sind aber ihr Leben lang gezeichnet!?