Pflanzen, die auf Balkonen Früchte tragen

Es gibt erstaunlich viele Gartenpflanzen, die auch in Kübeln auf Terrassen gedeihen können

Chinesische Oliven wachsen wie verrückt, sie schmecken ähnlich wie richtige Oliven. Fotos: hf
Chinesische Oliven wachsen wie verrückt, sie schmecken ähnlich wie richtige Oliven. Fotos: hf

Mein Namensvetter Hans meldet sich zum Gartenbesuch an. Er sucht Pflanzen – wenn möglich Frucht tragende – die er, in großen Töpfen, auf seine Terrassen stellen kann. Wir werden im Discovery Garden fündig.

Tolle Blüte und später sehr gute Nüsse.
Tolle Blüte und später sehr gute Nüsse.

Hans hat unter anderem an Avocados gedacht, die er in großen Töpfen auf seiner Terrasse pflanzen und reiche Ernten einfahren wollte. Doch ich rate ab. Avocados haben ganz flache Wurzeln, die viel Fläche brauchen. Sie könnten wohl in Töpfen überleben, aber ich bezweifle sehr, dass sie je Früchte tragen werden, das ist auch im Garten schwer genug. Aber es gibt überraschend viele Alternativen zu den Avocados.

Unser „Geld-Baum“ ist sicher Spitze

Unser Favorit als Balkon- oder Terrassenpflanze ist sicher der sogenannte „Geld-Baum“, Malabar-Kastanie oder Pachira aquatica. Die Bäume vor unserem Haus sind bestimmt sieben Meter hoch, wachsen und gedeihen auf miserablem Boden bestens. In Rio de Janeiro ist das anspruchslose Gewächs ein weitverbreiteter Stadtbaum. Abgemooste Klone davon eignen sich hervorragend als Topfpflanzen, bringen – auch in großen Kübeln – zunächst diese einzigartigen Blüten hervor und bilden später die großen, außen holzigen Samenbehälter, die die essbaren Samen oder Nüsse enthalten. Man kann diese Nüsse roh konsumieren oder geröstet. „Geld-Baum“ heißt die Malabar Kastanie unter anderem, weil sie eben so außerordentlich produktiv ist.

Die Erdnussbutter Früchte sind bald reif.
Die Erdnussbutter Früchte sind bald reif.

Gut geeignet für Balkone und Terrassen sind auch die Stachelbeer-Guaven (Psidium cattleyanum), die saftig grüne Blätter hervorbringen und kleine, rote Früchte liefern. Diese schmecken ein wenig wie Stachelbeeren, was den Namen im Deutschen erklärt. Ebenso geeignet sind natürlich unsere Bestseller, die gelben Zitronen. Wir haben eine Sorte, die große, langgezogene Früchte hervorbringt, die viel Saft enthalten, aber nur wenige Kerne.

Ein weiterer Fruchtstrauch, der in Kübeln funktioniert, ist die Erdnussbutter-Pflanze (Bunchosia argentea). Zuerst liefern diese Pflanzen filigrane, gelbe Blüten, später dann kleine rote Früchte, deren Fruchtfleisch eben wie Erdnussbutter schmeckt.

Aus den gelben Blüten entstehen Früchte.
Aus den gelben Blüten entstehen Früchte.

Ebenso liefert der brasilianische Pfeffer (Schinus terebinthifolia) eingetopft auf der Terrasse schöne Blätter und rote oder rosa Samen, die wie Pfeffer schmecken, obwohl die Pflanze nicht zur Pfeffer-Familie gehört. Im Handel werden diese Samen international als Rosa Pfeffer verkauft.

Oliven, die in den Tropen funktionieren

Oliven sind hype in Thailand, dafür werden momentan ganz verrückte Preise bezahlt. Während in Europa Oliven – ich spreche von den Früchten – problemlos in Töpfen gezogen werden können, zweifle ich daran, dass das auch hier in einem tropischen Land möglich ist. Ich denke, Oliven benötigen kühles Wetter, um zu blühen, was ja die Voraussetzung für Früchte ist.

Hierzulande funktioniert der Anbau von Oliven in Töpfen und im Boden am besten mit einer Pflanze, die Canarium album heißt und auch als chinesische Olive bekannt ist. Zuerst bildet diese immergrüne Pflanze auffällige, weiße Blüten. Später dann entstehen schwarze Früchte, die exakt wie Oliven aussehen. Die Chinesen legen diese Früchte in Salz-Lauge ein, und dann schmecken sie auch ein wenig wie Europäische Oliven, sind denen geschmacklich aber deutlich unterlegen. Aber die mit „Oliven“ vollgehangenen Pflanzen sehen einfach geil aus.

Und muss die Balkon- oder Terrassenpflanze keine Früchte liefern, wäre dafür auch der Hibiskus mutabilis geeignet. Dessen tolle Blüten verändern innerhalb eines Tages ihre Farbe von weiß über rosa zu rot, zweifellos ein Naturschauspiel oder gar ein Wunder!


Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an oder besuchen Sie die Dicovery Garden Webseite oder Facebook. Für unterhaltsame und interessante Gartengeschichten in Bild und Ton besuchen Sie Hans Fritschis YouTube-Kanal – Teilen, Liken & Abonnieren erwünscht!

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Klaus Roeper 04.05.22 14:35
Super Artikel wie immer !
Meine Holde begrünt gerade den Balkon unserer Condo in meiner Abwesenheit. Hoffentlich habe Ich noch ein wenig Platz da auf meinen Aussitz im Juni, in meinem letzten privaten Refugium in Jomtien, was mir noch geblieben ist. Seufz, hi,hi......! Die hat da so Töpfe mit Kakteen mit wunderschönen Blüten ! Was ist den das ? LG