Pattaya im Wandel

Neue Facetten in der Touristenmetropole am Golf von Thailand

Foto: ID_Anuphon/Adobe Stock
Foto: ID_Anuphon/Adobe Stock

PATTAYA: Seit Jahrzehnten ist die Touris­tenmetropole Pattaya an der Ostküste des Golfs von Thailand bekannt für ihr zwielichtiges Image, das von vielen als Synonym für exzessives Nachtleben und ausschweifende Vergnügungsindustrie gesehen wird. Doch die Zeiten ändern sich, und auch Pattaya befindet sich im Wandel, der die Stadt von ihrem alten Ruf als Sündenbabel wegführt und sie zu einem modernen, internationalen Urlaubsziel umgestaltet.

Schon vor der Pandemie wurde das ehrgeizige Projekt „Neo Pattaya“ ins Leben gerufen, das die Stadt zum touristischen Herzstück des Eastern Economic Corridor (EEC) entwickeln soll, einer Sonderwirtschaftszone für Hightech-Industrien in den drei Ostküstenprovinzen Chachoengsao, Chonburi (Pattaya) und Rayong. Weg vom verstaubten Image, hin zu einer blühenden Touristenmetropole von Weltklasse und MICE-Veranstaltungen (Meetings Incentives Conventions Exhibitions). Milliardenschwere Infrastrukturprojekte der Regierung, wie die geplante Hochgeschwindigkeitsbahn und Anreize für Investitionen, haben diesen Wandel vorangetrieben.

Neustart nach der Pandemie

Ob geliebt oder gehasst: Pattaya gehört zu den erfolgreichsten Reisezielen Thailands. Foto: Jahner

Ob geliebt oder gehasst: Pattaya gehört zu den erfolgreichsten Reisezielen Thailands. Foto: Jahner

Die Pandemie hat diesen Wandel beschleunigt. Die dras­tischen Auswirkungen des plötzlichen Rückgangs des internationalen Tourismus haben die Notwendigkeit einer Neuausrichtung der Stadt deutlich gemacht. Während einige Geschäfte und Bars die Pandemie nicht überlebten, nutzten finanzkräftigere Akteure die Pause, um in die Neugestaltung Pattayas zu inves­tieren. Hotels, Restaurants und Unterhaltungseinrichtungen wurden renoviert und aufgewertet, um den neuen Ansprüchen der Besucher gerecht zu werden.

Rund um das Einkaufszentrum Terminal 21 Pattaya schießen Luxushotels wie Pilze aus dem Boden. Das gesamte Viertel befindet sich in einer  Transformation. Foto: Jahner

Rund um das Einkaufszentrum Terminal 21 Pattaya schießen Luxushotels wie Pilze aus dem Boden. Das gesamte Viertel befindet sich in einer Transformation. Foto: Jahner

Besonders deutlich wird der Wandel in Stadtteilen wie Naklua im Norden von Pattaya. Hier wurden ganze Straßenzüge abgerissen, um Platz für neue Entwicklungen zu schaffen. Unternehmen wie LH Mall & Hotel Co., Ltd. und die Central Group investieren in luxuriöse Einkaufszentren und Hotels, die darauf abzielen, sowohl Touristen als auch Einheimische anzulocken.

Mehr Angebote für Familien

Luxuriöse Wohntürme bohren sich am Wongamat Beach in den Himmel. Foto: Jahner

Luxuriöse Wohntürme bohren sich am Wongamat Beach in den Himmel. Foto: Jahner

Auch das heute größere Angebot für Familientouristen ist unverkennbar. Die langfristige Schließung Thailands während der Pandemie für internationale Touristen hat dazu geführt, dass sich inländische Besucher verstärkt für Pattaya interessieren, worauf die Hotellerie schnell reagiert hat. Einheimische Familien schätzen die Nähe der Unterkünfte zum Strand sowie die breite Palette an kinderfreundlichen Attraktionen, Freizeitparks und Wasserparks in der Umgebung.

Für Thais ist Pattaya auch für eine Fülle von Festivals bekannt, die das ganze Jahr über von der Stadtverwaltung Pattaya ausgerichtet werden. Veranstaltungen wie das „Pattaya Music Festival“, das „Pattaya Fireworks Festival“ und der „Pattaya Countdown“ ziehen regelmäßig Zehntausende Besucher an. Besonders bei jungen Thailändern haben diese Veranstaltungen einen hohen Stellenwert und prägen das Bild von Pattaya als lebendige Stadt. Darüber hinaus tragen namhafte internationale Festivals dazu bei, das Image von Pattaya zu verändern und auf ein neues Level zu heben. Events wie „Wonderfruit“ und „Rolling Loud“ locken junge internationale Besucher an – mit Eintrittspreisen von bis zu 25.000 Baht pro Person.

In sozialen Netzwerken haben thailändische Social-Influencer wie „Seabear“ und „BanKii“ einen regelrechten „Pattaya-Hype“ ausgelöst. Mit ihren Beiträgen auf verschiedenen Plattformen wie Instagram und YouTube machen sie die neuesten Attraktionen, Restaurants und gastronomischen Erlebnisse in Pattaya populär.

Entertainment- und Rotlichtviertel Pattaya Walking Street. Foto: Jahner

Entertainment- und Rotlichtviertel Pattaya Walking Street. Foto: Jahner

Hotels dominieren die Toplagen

Trotz dieser Veränderungen bleibt das Sex-Gewerbe ohne Frage präsent, ebenfalls moderner und exklusiver als je zuvor. Doch es verlagert sich zunehmend in weniger prominente Gegenden der Stadt. Die Immobilien- und Hotelbranche dominieren nun die Top-Lagen, was zu einer neuen Dynamik in der Stadtentwicklung führt.

Pattaya Beach Road. Foto: Jahner

Pattaya Beach Road. Foto: Jahner

Während westliche Touristen das exzessive Nachtleben und preiswerte Unterkünfte schätzen, setzen Thailänder vermehrt auf Luxushotels und Erlebnisse, die für einheimische Familien und Social Media-Fans attraktiv sind. Pattaya bietet für jeden Geschmack und Geldbeutel eine Option, ob für bugdetbedachte Langzeiturlauber, luxusorientierte Wochenendtouristen oder Familien mit Kindern.

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Manfred Schall 20.05.24 16:21
Macht doch mal die Augen auf
Bin soeben nach 10 Wochen Aufenthalt nach Deutschland zurückgekehrt und muss sagen es hat sich einiges in Pattaya verändert. Aber wer mit offenen Augen durch die Strassen geht müsste eigentlich feststellen, dass sich vielleicht die Anzahl der Freudenmädchen tagsüber verschoben haben. Aber am Abend an der Beach Road gibt es Auswahl genug. Die Beach Road wurde seit 2017(mein erster Aufenthalt) fast jedes Jahr umgestaltet, wenn ich dann aber z,B, zur 3 Rd- gehe, dort ist der Zustand insbesondere der Bürgersteige eine Kathastrophe. Letztendlich wollen die Verantwortlichen diese Katastrophalen Zustände gar nicht wahrnehmen.
KLAUS OBERLÄNDER 20.05.24 16:18
So ein Schwachsinn
Die guten Restaurants werden verdrängt und es kommen solche grossen Abfertigungsanlangen ohne pers. Bezug. Es wird alles immer mehr nur noch kommerzieller. Nicht schoen. Aber weiter so, Hauptsache die Presse schreit Hurra. Aber es glaubt keiner mehr.
Michael Figge 19.05.24 23:30
Pattaya im Wandel
Soviel Fusel gibt es nicht, um sich Pattaya schön zu saufen. Auch in ferner Zukunft nicht.

Keine Freudenmädchen gesehen? Klar, die sind wie Vampire, wenn die Sonne untergegangen ist kommen sie raus;-)
Norbert Mayer 19.05.24 18:40
@Titus, 100% treffend, andere träumen
"@Titus", ihr Kommentar ist 100% treffend und beschreibt die derzeitige Situation so klar, dass dem nichts hinzuzufügen ist. Wer allerdings glaubt, im BigC oder Macro Freudenmädchen anzutreffen, den kann ich nur bedauern - der kennt Pattaya offensichtlich nicht. Es wird sicher Jahrzehnte dauern, bis Pattaya alle grundlegenden Hausaufgaben (siehe unten, Titus) erledigt hat, um eine Luxus- und Familien-Metropole werden zu können.
Ulrich Herzog 19.05.24 17:47
Pattaya im Wandel
Ich bin heute in Pattaya Kreuz undvquer gefahren und verschiedene Shopping Malls besucht, von Makro, Big C Sukhumvit, Go Wholesale, Big C Extra, ein Souvenirshop und ein Cafe, ich habe nicht ein Freudenmädchen oder sonstiges dergleichen grsehen.
Also ist Pattaya doch im Wandel. Auch wenn das viele nicht wahr haben wollen.
KLAUS OBERLÄNDER 19.05.24 17:38
Eigener Senf
Es muss halt jeder seinen eigenen Senf dazugeben, auch wenn er noch so unqualifiziert ist. Es gibt schon viele schräge Vögel hier.
Ham Mmm 19.05.24 17:20
Seebad paartaya
Gerne schlendere ich nach dem morgendlichen Wasserjoga zum strandpavillon um das tägliche Kurkonzert zu genießen. Dann Seh ich den Familien am Strand zu, wie sie mit ihren Kindern spielen und die Ruhe genießen. So wie es sich für ein Seebad gehört. 55555
Titus 19.05.24 15:15
Image von Pattaya zu verändern und auf ein neues Level zu heben, dies ist es, wovon die Verantwortlichen gerne träumen. Wer sich aber einmal die Mühe macht und mit offenen Augen durch die Stadt wandert, der wird sehr bald feststellen, dass Pattaya noch weit vom neuen, höheren Level entfernt ist. Gehwege, sofern es überhaupt welche hat, sind vielfach unpassierbar! Lichtmasten, herunterhängende Kabel, Plakate, Löcher etc. verunmöglichen erschweren das Gehen auf dem Gehweg. Für Familien mit Kinderwagen ein echte Tortur. Auch die noch so verschmähten Etablissements der Sexindustrie sind immer noch prägend für pattaya, und dies nicht nur auf bestimmte Gebiete beschränkt. Aber man kann es einfach nicht sehen wollen, oder "mai pen rai"...
Ingo Kerp 19.05.24 14:39
Tja, so ist das mit dm Wandel. Auch an Pattaya geht die neue Zeit nach der Pandemie nicht vorbei. Da benoetigt man die alten bierbäuchigen Rentner nicht mehr, die als Liebeskaspar durch die Walking, Street, Soi 6 etc. turnten und der Stadt und den willign Mädels ihre Rente und oftmals mehr überliessen. Jetzt setzt man auf Qualität und eine neue Schicht an Klientel, die die Rotlichtviertel nur noch als Lokalcolorit betrachten. So ist das zumindest nach Meinung der Stadtoberen und Investoren.