Oxfam appelliert an G20

Soziale Ungerechtigkeit bekämpfen

Foto: epa/Andy Rain
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BUENOS AIRES (dpa) - Die Entwicklungsorganisation Oxfam hat die großen Wirtschaftsmächte (G20) aufgefordert, stärker gegen die soziale Ungleichheit in der Welt vorzugehen. Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich sei eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. «Das reichste ein Prozent der Weltbevölkerung besitzt mehr Vermögen als der Rest der Menschheit», sagte Oxfam-Sprecher Jörn Kalinski zum G20-Gipfel am Freitag und Samstag in Buenos Aires. «Das ist ein unglaublicher Skandal.»

Diese krassen sozialen Unterschiede seien unmoralisch, ökonomisch unsinnig und gefährdeten den Zusammenhalt der Gesellschaften. «Extreme Ungleichheit ist der gefährliche Nährboden für Gewalt und diktatorische Strömungen», sagte Kalinski. Lateinamerika sei weltweit die Region mit der höchsten sozialen Ungleichheit. Als Ergebnis zeige sich ein Erstarken antidemokratischer und diktatorischer Tendenzen.

Der Kampf gegen soziale Ungleichheit müsse ganz oben auf die Tagesordnung der G20 gesetzt werden, sagte Kalinski. Eine entsprechende G20-Arbeitsgruppe - wie es sie für andere Themen bereits gibt - sei längst überfällig. Es müsse jährlich berichtet werden, welche politischen, wirtschaftlichen und steuerlichen Maßnahmen die G20 ergriffen hat, um soziale Ungleichheit abzubauen.

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