Osram-Bieterschlacht geht in entscheidende Phase

Foto: epa/Christian Bruna
Foto: epa/Christian Bruna

MÜNCHEN (dpa) - Die Bieterschlacht um den zum Verkauf stehenden Beleuchtungshersteller Osram geht in die entscheidende Phase. Bis Dienstag (17.9.) müssen Vorstand und Aufsichtsrat von Osram bekannt geben, ob sie den Aktionären die Übernahme durch den ursprünglich nicht willkommenen österreichischen Sensorhersteller AMS empfehlen. AMS bietet 38,50 Euro je Aktie. Das wären insgesamt etwa 3,7 Milliarden Euro, gut 300 Millionen mehr als das von der Osram-Chefetage bislang favorisierte Konkurrenzangebot zweier US-Finanzinvestoren.

Der AMS-Vorstand will seine Pläne am Vormittag (10.00) bei einer Pressekonferenz in München erläutern. Die US-Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle haben aber noch die Möglichkeit, ihr Angebot zu erhöhen. Die Annahmefrist für beide Offerten läuft noch bis zum 1. Oktober. Die IG Metall will eine Übernahme durch AMS verhindern und hat ebenfalls zu einer Pressekonferenz in München (13.00) eingeladen.

Die Gewerkschaft befürchtet eine Zerschlagung von Osram. Ein Hauptgrund des Widerstands der Arbeitnehmer ist die Finanzierung: Das österreichische Unternehmen hatte Ende Juni bereits über 1,4 Milliarden Euro langfristige Schulden in den Büchern stehen. Um Osram übernehmen zu können, will die AMS-Chefetage laut öffentlichem Angebot weitere Kredite in Höhe von knapp 3,9 Milliarden Euro aufnehmen. Im ersten Halbjahr machte das Unternehmen aus der Steiermark jedoch lediglich knapp 23 Millionen Euro Gewinn.

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Enrico Fantauzzi 16.09.19 21:51
@Hermann Hunn
Sinnerfassend lesen hilft. Der Sensorhersteller AMS hat langfristige Schulden von 1.4 Milliarden Euro angehäuft, nicht der Beleuchtungshersteller Osram.
Wilfried Stevens 16.09.19 16:55
Gebts den Österreichern?
Auch der Firma Temasek Holdings aus Singapur würde es freuen, ist ja Großaktionär bzw. woher kommt das Geld?. Das gewöhnliche Lampengeschäft Siteco hat man ja an China schon verkauft. Schade für den Standort DE.
Hermann Hunn 16.09.19 16:29
In der Chefetage ...
... sind anscheinend ungeeignete Leuchtmittel (Restbestände des VEB Narva-Kombinates?) installiert. So lässt sich erklären, warum ein Schuldenberg von ~ 1.4Mia € angehäuft wurde, ohne dass den Verantwortlichen auch nur ein Lichtlein aufgegangen wäre.