Orban bietet Putin Budapest als Ort für Ukraine-Verhandlungen an

Der ungarische Premierminister Viktor Orban bei einer Pressekonferenz im Büro des Premierministers in der Budaer Burg in Budapest. Foto: epa/Zoltan Fischer Handout
Der ungarische Premierminister Viktor Orban bei einer Pressekonferenz im Büro des Premierministers in der Budaer Burg in Budapest. Foto: epa/Zoltan Fischer Handout

BUDAPEST: Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat dem russischen Präsidenten Wladimir Putin die Hauptstadt Budapest als Gastgeber für Waffenstillstandsverhandlungen mit der Ukraine angeboten. Dies erklärte der rechtsnationale Politiker am Mittwoch nach einem Telefonat mit dem Kremlherrn auf einer Pressekonferenz in Budapest.

Putin habe ihn angerufen, um ihm zu seinem Wahlsieg am letzten Sonntag zu gratulieren, sagte Orban. «Ich schlug ihm vor, so schnell wie möglich einen Waffenstillstand zu verkünden», führte er weiter aus. Verhandlungen über einen solchen könnten unter Beteiligung von Bundeskanzler Olaf Scholz und des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Budapest stattfinden. Putin habe jedoch Bedingungen für die Aufnahme von Verhandlungen gestellt. Auf deren Erfüllung habe er keinen Einfluss, sagte Orban.

Gespräche zwischen ukrainischen und russischen Delegationen fanden zuletzt in der Türkei statt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyi verlangt immer wieder direkte Gespräche mit Putin.

Auf Nachfrage räumte Orban ein, dass Scholz und Macron zum Zeitpunkt der Pressekonferenz nicht in seinen Vorschlag eingeweiht waren. Der Ungar hat in den letzten Jahren ein freundschaftliches Verhältnis zu Putin aufgebaut. Die Sanktionen der EU, die diese wegen des militärischen Angriffs auf die Ukraine gegen Russland verhängte, trug er eher halbherzig mit.

Am Mittwoch sagte er auf eine Journalistenfrage: «Das ist ein Krieg, den Russland begonnen hat, eine Aggression. Das ist der Standpunkt der EU, und wir teilen ihn.» Im Verhältnis zwischen dem Nato-Land Ungarn und Russland seien sich beide Seiten klar, dass sie auf entgegengesetzten Seiten stehen. «Wir streben dennoch ein korrektes Verhältnis an», sagte Orban.

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