Skitechniker sagt in Doping-Skandal aus

«Operation Aderlass»

Foto: Freepik
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INNSBRUCK: Im internationalen Blutdoping-Skandal um die «Operation Aderlass» hat ein österreichischer Skitechniker den Erfurter Mediziner Mark S. weiter belastet. Der 35-Jährige Servicemann sagte als Beschuldigter am Montag vor dem Landgericht Innsbruck aus, dass er von Mark S. unter anderem Wachstumshormon für mehrere Sportler besorgt habe. Auch er selbst habe als «fanatischer Hobbysportler» über Mark S. mehrere Blutdoping-Behandlungen in Anspruch genommen. Der 35-Jährige wurde wegen Beitrags zum Sportbetrug zu zwölf Monaten Bewährung verurteilt.

Dem Sportarzt Mark S., der ab dem 16. September in München selbst vor Gericht steht, werden Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz und Antidopinggesetz vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er seit Ende 2011 regelmäßig und in einer unbekannten Anzahl von Fällen weltweit Blutdoping betrieben hat. Im Februar 2019 hatten österreichische und deutsche Behörden während der Nordischen Ski-WM in Innsbruck und Seefeld Razzien unter anderem bei ihm durchgeführt.

Im Zuge der Ermittlungen um die «Operation Aderlass» war auch der Skitechniker festgenommen worden. Am Montag gestand er, Wachstumshormon an die ehemaligen und bereits zu Bewährungsstrafen verurteilten Langläufer Dominik Baldauf und Max Hauke übergeben zu haben.

Ein ehemaliger österreichischer Langlauf-Trainer, der ebenfalls bereits verurteilt wurde, habe ihn außerdem gefragt, «ob es möglich wäre, etwas für Hannes Reichelt zu besorgen», wie er laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA vor Gericht sagte. Er habe daraufhin «etwas» von Mark S. besorgt und dem Trainer übergeben. Ob es letztlich bei Reichelt gelandet sei, wisse er aber nicht.

Gegen den österreichischen Abfahrer und Ex-Weltmeister Hannes Reichelt war zunächst auch im Zuge der «Operation Aderlass» ermittelt worden. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck stellte die Ermittlungen im Oktober jedoch ein, weil sich die Vorwürfe, er habe Dopingmittel bezogen, nicht bestätigt hätten, wie es hieß. Der 40-Jährige hatte die Vorwürfe stets vehement bestritten.

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