Online-Erörterung von Tesla-Kritik endet 

Zeitplan weiter offen

Die Besucher stehen bei einem Tag der offenen Tür auf der Tesla-Baustelle in Grünheide bei Berlin Schlange. Foto: epa/Clemens Bilan
Die Besucher stehen bei einem Tag der offenen Tür auf der Tesla-Baustelle in Grünheide bei Berlin Schlange. Foto: epa/Clemens Bilan

GRÜNHEIDE: Nach drei Wochen geht die Präsentation von neuen Einwänden gegen die Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin zu Ende. Die Kritik soll in die Entscheidung über die Genehmigung für das Werk fließen.

Der Zeitplan für die Entscheidung über das grüne Licht für Europas erste Tesla-Fabrik in Brandenburg ist weiter offen. Die dreiwöchige Erörterung im Internet von über 800 Einwänden gegen den Elektroautobauer endet am Donnerstag um 24.00 Uhr. Ab Freitag untersuchen dann die Behörden, ob sich neue Erkenntnisse und Prüfungen ergäben, wie die Sprecherin des Umweltministeriums, Frauke Zelt, am Donnerstag mitteilte. Wie viel Zeit das in Anspruch nehmen wird, sei noch offen. Seit dem 27. September gab es dem Ministerium zufolge rund 29.400 Zugriffe auf die Seite.

Tesla-Chef Elon Musk hatte bei einem Tag der offenen Tür am vergangenen Samstag in Grünheide gesagt, er wolle dort spätestens im Dezember mit der Produktion von Elektroautos beginnen. Kritiker befürchten Probleme mit dem Trinkwasser und mit dem Lebensraum von Pflanzen und Tieren. Tesla hatte die Kritik zurückgewiesen. Das Unternehmen will dort auch selbst Batterien in Massen fertigen.

VW-Konzernchef Herbert Diess schwor seinen obersten Führungszirkel auf einen zunehmend härteren Wettbewerb mit Tesla ein. Auch der Stammsitz Wolfsburg müsse dabei «effizienter, schneller werden», sagte der Vorstandsvorsitzende laut Teilnehmerkreisen bei einer internen Konferenz im österreichischen Alpbach. Er bekräftigte, dass dies zunächst keine direkten Folgen für die Stellen habe.

Weil die abschließende Genehmigung für die Fabrik fehlt, baut Tesla sie bisher mit vorläufigen Zulassungen. Die neue Online-Erörterung wurde unter anderem wegen der geplanten Batteriefabrik nötig. Kritiker warnen davor, dass mit Auto- und Batteriefabrik das Trinkwasser knapp werden könne, Tiere geschädigt würden, der Umgang mit Störfällen nicht tragfähig sei, und kritisieren, dass Passagen im Antrag geschwärzt wären. Die Einwände waren nach Sachthemen mit Stellungnahmen von Behörden ins Netz gestellt worden. Die Kritiker konnten dies wieder kommentieren.

Der Wasserverband Strausberg-Erkner sieht in der geplanten Batteriefabrik Gefahren für das Trinkwasser. «Unsere Sorge ist, dass bei Störfällen, insbesondere in der geplanten Batteriefabrik, eine Kontaminierung des Grundwassers nicht ausgeschlossen werden kann», sagte Verbandschef André Bähler dem «Handelsblatt». «Die Folgen für das geschützte Trinkwasser wären nicht auszudenken.» Bähler forderte, die Gefahren in einem Gutachten zu bewerten. Der Verband hatte im vergangenen Jahr vor zu wenig Trinkwasser gewarnt.

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Jürgen Franke 15.10.21 19:00
Das die E-Mobilität nicht das Gelbe vom
Ei sein kann, hat vor einiger Zeit bereits Prof Lesch erwähnt. Abgesehen von der Problemtik des Ladens ist die Stromversorgung in Deutschland noch nicht gesichert. Da Frankreich auf Atomstrom setzt, könnten wir zuküntig von dort Strom beziehen.
Hartmut Wirth 15.10.21 18:10
Tesla und Grünheide
Ja was denn nun? E-Mobilität ja oder nein?
Es mutet schon seltsam an: da hat sich die Politik, voran die Grünen, der E-Mobilitätmit Lithium-Batterien verschrieben und jetzt, wo es endlich in Deutschland losgeht, kommen Umweltbedenken?
Tiere und Pflanzen werden geschädigt, der Grundwasserspiegel sinkt. Diese Nachteile dürfen nicht zugelassen werden!
Ja geht's denn noch? Volle Argumentation gegen die Batterieproduktion. Batterien ja, aber doch bitte nicht in Deutschland produzieren! Verpesten wir doch lieber die Umwelt in anderen Ländern!!
Das zeigt wie weit die Verantwortlichen Politiker in der Realität leben. Und: es zeigt, dass "Grün" nur hier gilt, bei anderen werden alle Augen (auch Hühneraugen