Wien schickt Hilfspaket für Migranten nach Griechenland

Asylsuchende aus dem zerstörten Lager Moria finden Schutz an einer Straße in der Nähe eines neuen provisorischen Lagers, Mytilene. Foto: epa/Dimitris Tosidis
Asylsuchende aus dem zerstörten Lager Moria finden Schutz an einer Straße in der Nähe eines neuen provisorischen Lagers, Mytilene. Foto: epa/Dimitris Tosidis

WIEN: Österreich hat mit einem der größten Transportflugzeuge der Welt ein umfassendes Hilfspaket für die Migranten aus dem abgebrannten Lager Moria nach Griechenland geschickt. An Bord der Antonow 124 waren nach Angaben des österreichischen Innenministeriums 400 mit Heizung und Beleuchtung ausgestattete Familienzelte mit Platz für jeweils fünf Menschen, 2700 aufblasbare Matratzen samt Polster und Bettwäsche, 7400 Decken und 2000 Hygienepakete.

Die 150 Paletten mit 55 Tonnen an Hilfsgütern übergab Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Nachmittag am Athener Flughafen. «Hilfe vor Ort ist das Gebot der Stunde», so Nehammer. «Wir lassen unseren Worten Taten folgen», sagte Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg am Mittwoch in Wien. Während andere Staaten noch diskutierten, ob sie vielleicht in einigen Wochen oder Monaten vereinzelt Menschen aufnehmen sollen, würde Österreich rasch helfen.

Die Grünen als Koalitionspartner der konservativen ÖVP fordern ergänzend zur Soforthilfe weiter die Aufnahme von Flüchtlingen in Österreich. «Dafür werden wir uns weiter einsetzen», sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). Regierungschef und ÖVP-Vorsitzender Sebastian Kurz ist strikt gegen diesen Schritt.

Eine Woche nach dem Brand in dem überfüllten Flüchtlingslager Moria sind auf Lesbos immer noch rund 11.000 Migranten obdachlos. Die Aufnahme von Asylbewerbern in einem provisorischen Zeltlager auf der griechischen Insel kommt nur schleppend voran.

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