Ölpreise legen nach anfänglichen Verlusten zu

Ölpreise legen nach anfänglichen Verlusten zu

NEW YORK/LONDON: Die Ölpreise haben am Donnerstag nach anfänglichen Verlusten zugelegt. Die Aussicht auf eine straffere US-Geldpolitik hat die Kurse nur vorübergehend belastet. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 90,21 US-Dollar. Das waren 24 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 25 Cent auf 87,60 Dollar.

Am Mittwoch hatte Brent-Rohöl erstmals seit Oktober 2014 mehr als 90 Dollar gekostet. Der Preis für US-Rohöl war auf fast 88 Dollar gestiegen, auch das war ein mehrjähriger Höchststand. Preisauftrieb kommt seit längerem von einem eher knappen Angebot bei einer zugleich soliden Nachfrage nach Erdöl und Ölprodukten wie Benzin.

Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ist deutlich gestiegen. Wie das Opec-Sekretariat in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Mittwoch 89,35 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Das waren zwei Dollar mehr als am Vortag.

Druck am Rohölmarkt kam nach der Zinssitzung der US-Notenbank Fed vom Mittwochabend auf. Zwar ließ die Zentralbank ihren Leitzins vorerst stabil an der Nulllinie. Sie gab aber klare Signale für eine baldige Anhebung ihres Leitzinses. Zudem wurden einige Bemerkungen von Notenbankchef Jerome Powell als Hinweis auf eine rasche Zinswende gedeutet. Höhere Leitzinsen dämpfen zwar die aktuell hohe Inflation, sie belasten aber auch das Wirtschaftswachstum, was sich in der Regel in einer niedrigeren Erdölnachfrage bemerkbar macht.

Die Belastungen durch die Fed waren jedoch nicht nachhaltig. Tendenzieller Preisauftrieb kommt an den Rohstoffmärkten durch die Ukraine-Krise: «Denn es besteht weiterhin die Sorge, dass es im Falle einer militärischen Eskalation zu einer Beeinträchtigung der russischen Öl- und Gaslieferungen kommen könnte», schreibt Carsten Fritsch, Analyst bei der Commerzbank.

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