Batakis zur Wirtschaftsministerin ernannt

Foto: Freepik/Vaksmanv
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BUENOS AIRES: Nach dem Rücktritt des anerkannten Wirtschaftsministers Martín Guzmán in Argentinien übernimmt die linksgerichtete Ökonomin Silvina Batakis das wichtige Ressort in dem hoch verschuldeten südamerikanischen Land. Präsident Alberto Fernández habe die 53-Jährige an die Spitze des Wirtschaftsministeriums berufen, teilte Regierungssprecherin Gabriela Cerruti am Sonntag mit.

Am Tag zuvor war Fernández' Vertrauter Martín Guzmán als Wirtschaftsminister zurückgetreten. Mitten in einer schweren Wirtschaftskrise mit einer starken Abwertung der Landeswährung Peso und massiver Inflation hatte der Zögling von US-Starökonom Joseph Stiglitz über mangelnde politische Unterstützung geklagt.

Zuletzt hatte Guzmán mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ein neues Kreditabkommen für Argentinien ausgehandelt. Dafür wurde er allerdings immer wieder von den Anhängern der Vizepräsidentin und ehemaligen Staatschefin Cristina Kirchner angefeindet. In der argentinischen Regierungskoalition tobt ein erbitterter Streit zwischen dem eher moderaten Flügel von Präsident Fernández und den radikalen Kräften um die mächtige Vize-Präsidentin Kirchner.

Die Nominierung der neuen Wirtschaftsministerin darf nun als Schlappe für den Staatschef gelten. Batakis war von 2011 bis 2015 Wirtschaftsministerin der wichtigen Provinz Buenos Aires und steht der politischen Bewegung La Cámpora nahe, die Kirchner unterstützt.

Argentinien steckt seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise. Die zweitgrößte Volkswirtschaft Südamerikas leidet unter einem aufgeblähten Staatsapparat, geringer Produktivität der Industrie und einer großen Schattenwirtschaft, die dem Staat viele Steuereinnahmen entzieht. Die Landeswährung Peso wertet gegenüber dem US-Dollar immer weiter ab, der Schuldenberg wächst ständig. Die Inflationsrate liegt bei 60,7 Prozent.

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