Muss Truppenaufmarsch in Russland bekämpfen dürfen

Die ukrainischen Rettungskräfte arbeiten an der Stelle, an der eine Druckerei in Charkiw beschossen wurde. Foto: epa/Sergey Kozlov
Die ukrainischen Rettungskräfte arbeiten an der Stelle, an der eine Druckerei in Charkiw beschossen wurde. Foto: epa/Sergey Kozlov

ZÜRICH: Die «Neue Zürcher Zeitung» kommentiert am Freitag den Kriegsverlauf in der Ukraine:

«Endlich fließen seit einigen Wochen wieder amerikanische Waffen in die Ukraine. Doch die Lieferungen sind mit einer gravierenden Einschränkung verknüpft: Seit Kriegsbeginn verlangen die USA und Verbündete wie Frankreich und Deutschland, dass Kiew westliche Rüstungsgüter nur für Ziele innerhalb der Ukraine einsetzt. Mit anderen Worten, die Ukrainer dürfen die Invasoren an der Front und im besetzten Hinterland bekämpfen, nicht aber in den Aufmarschgebieten auf russischem Staatsgebiet. Diese politische «Fessel» war immer fragwürdig, doch in der jetzigen Kriegsphase erweist sie sich als absurd. Sie sollte deshalb auch im westlichen Interesse gelockert werden. Der Abwehrkampf der Ukrainer wird sonst noch schwieriger, als er ohnehin ist. (.)

Zögert der Westen mit diesem Schritt, erreicht er mit Blick auf sein Ziel der «Eskalationsverhinderung» nichts, sondern bewirkt eher das Gegenteil. Kommt der Kreml nämlich zum Schluss, dass seine Grenzregionen eine geschützte Zone sind, wird er sich zu weiteren Angriffen wie bei Charkiw geradezu ermutigt fühlen. Bereits gibt es Hinweise darauf, dass Russland nördlich der ukrainischen Grenzprovinz Sumy Truppen zusammenzieht. Sie gilt es zu bekämpfen, bevor es zu spät ist.»

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