Nur hier und nirgendwo sonst

Touristisches Pflichtprogramm – Der Sonnenuntergang von Laem Promtheb

Kollektives Warten auf das Naturschauspiel: Das aussichtsreiche und gute besuchte Pflichtprogramm eines Sonnenuntergangs am Laem Promtheb will sich kein Urlauber entgehen lassen. Fotos: Holandan
Kollektives Warten auf das Naturschauspiel: Das aussichtsreiche und gute besuchte Pflichtprogramm eines Sonnenuntergangs am Laem Promtheb will sich kein Urlauber entgehen lassen. Fotos: Holandan

PHUKET: Touristen sind eine sehr folgsame und gehorsame Gruppe, wie man sie sonst selten findet. Ein Beispiel, das uns allen bekannt ist: In den meisten Reiseführern und sämtlichen Presse- und Fernsehberichten über Thailand wird empfohlen, das Königreich ausschließlich in den Monaten zwischen November und April zu besuchen. Über die verbleibenden sechs Monate wird nicht viel ausgesagt, statt dessen geradewegs von einem Besuch abgeraten, mit der Begründung, dass schlechtes Wetter, Regenzeit, Monsunstürme, hoher Wellengang und einige weitere Unbillen der Natur die Urlaubsfreude beträchtlich eintrüben könnten.

Wie verhalten sich die Touristen? Wie erwartet befolgen die meisten von ihnen widerspruchslos den vorgegebenen Anweisungen und bleiben sechs Monate lang ihrem Traumziel Thailand fern. Wenn sie nicht so leichtgläubig wären, könnten sie in der ach so schrecklichen Regenzeit bei 30 Grad am Strand von Patong sitzen, Singha-Bier schlürfen und ab und zu mal einen kurzen, warmen Sommerregen über sich ergehen lassen. Statt dessen hocken sie im Juli oder August an den Gestaden der eiskalten Nordsee, trinken für 5 Euro eine Tasse Tee mit Rum, um sich einigermaßen warm zu halten und versuchen sich in ihren gelben Friesennerzen vor den rauen und kalten Winden zu schützen.

eiEine hübsche Sammlung kreisrund angeordneter Elefanten-Figuren
Eine hübsche Sammlung kreisrund angeordneter Elefanten-Figuren

Ähnlich verhält es sich mit der Betrachtung der Sonnenuntergänge auf der Insel Phuket. An zahllosen Stellen hat man die Gelegenheit, dieses Naturbeispiel zu bewundern. Oftmals ist das sogar vom Hotelbalkon aus möglich. Doch in sämtlichen Reiseführern ist nachzuschlagen, dass einzig und alleine der hochgelobte und vielfach gepriesene Aussichtspunkt Laem Promtheb, auch Promthep Cape genannt, den wirklich und wahrhaftig spektakulären Sonnenuntergang bietet. Das Cape ist der südlichste Punkt der Insel Phuket und auch ohne Sonnenuntergang eine fotogene, malerisch-romantische Attraktion.

Anstellen für ein Naturspektakel

Abend für Abend windet sich eine endlose Blechschlange die kurvige Anfahrt von Rawai Beach zu dem Aussichtspunkt empor. Seit Jahren reichen die Parkplätze nicht mehr aus, es wurde geparkt, wo immer sich eine Lücke auftat. Um dem zunehmenden Andrang gerecht zu werden, wurden zusätzliche Parkflächen gerodet und freigegeben. Als weitere Maßnahme hat man im letzten Jahr die Zufahrtsstraßen verbreitert.

Die meisten Besucher suchen sich einen Platz auf einer der großen, weitläufig angelegten Aussichtsterrassen, die über zwei Treppen erreicht werden. Hier gibt es nur wenig Sitzplätze, das Spektakel muss im Stehen genossen werden. Über einen schön angelegten Terrassengarten mit z. B. zahlreichen skurrilen Bonsai-Gewächsen, der am oberen Parkplatz beginnt, gelangt man zum Restaurant Promthep Cape. Die Aussicht ist genauso genial wie auf den stark bevölkerten Terrassen nebenan, doch man hat es deutlich bequemer. Ein paar Dutzend Tische warten auf Gäste; serviert werden klassische Thai-Gerichte in guter Qualität.

Auch tagsüber einen Ausflug wert

Laem Promthep hat noch mehr zu bieten: Einen kleinen Leuchtturm mit goldener Kuppel, gebaut 1996 anlässlich des 50. Jahrestags der Krönung Königs Bhumibol Adulyadej. Ganz in der Nähe findet sich eine hübsche Sammlung kreisrund angeordneter Elefanten-Figuren in allen möglichen Größen und Farben.

Gute Thai-Küche mit ausgezeichneter Aussicht: Das empfehlenswerte Restaurant Promtheb Cape.
Gute Thai-Küche mit ausgezeichneter Aussicht: Das empfehlenswerte Restaurant Promtheb Cape.

Auch empfehlenswert: Am Rande des Parkplatzes bieten ein Dutzend Souvenir- und Kunsthandwerk-Geschäfte ihrer Kundschaft eine beachtlich breite Auswahl.

Erstaunlicherweise drängen die Massen der Besucher auch an Tagen auf den Aussichtspunkt, an denen die Sonne sich hinter dichter Bewölkung verbirgt und der begehrte Moment des Untergangs nicht sichtbar ist. Ein Phänomen, das damit zusammenhängt, dass viele, vor allem asiatische Touristen, ihre Ausflüge schon zuhause, im heimischen Reisebüro gebucht haben. In Phuket angekommen findet die Tour dann so oder so statt, ob das Himmelsgestirn nun mitspielt oder nicht.

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