Notizen von den Olympischen Spielen in Tokio

Foto: epa/Tamas Kovacs
Foto: epa/Tamas Kovacs

TOKIO:

MUSIK: Der Weg zum nächsten Olympiasieg im Synchronschwimmen hat für Russlands Ausnahmekönnerinnen mit einer kleinen Panne begonnen. Swetlana Kolesnischenko und Swetlana Romaschina mussten zu Beginn ihrer Vorführung warten, als zunächst die Musik nicht abgespielt wurde. Wirklich stören konnte das die Favoritinnen nicht. Mit 97,9000 Punkten erreichten sie die höchste Wertung im Vorkampf.

KOSTBARE MOMENTE: Diskuswerferin Valarie Allman bescherte den US-Leichtathleten die erste Gold-Medaille in Tokio. Dabei war sie früher vor allem als Tänzerin aktiv und sogar ein Jahr mit einer Gruppe von Choreographen für eine TV-Show unterwegs. In Tokio genoss sie ihren goldenen Moment. Lange nach ihrem weitesten Wurf, als sich das Stadion fast komplett geleert hatte, kam sie mit ihrem Coach Zeb Sion nochmal auf die Laufbahn und posierte für Erinnerungsfotos.

ZU HEISS FÜR ZEBRASTREIFEN: Um den rund zehnminütigen Fußweg zwischen olympischer Schwimmhalle und der Wettkampfstätte der Wasserballer möglichst sicher zu gestalten, sind auf der Straße Zebrastreifen aufgeklebt. Bei starkem Sonnenschein und weit über 30 Grad stößt der Klebstoff auf dem heißen Asphalt allerdings an seine Grenzen. Am Dienstagmittag hatten die Markierungen ihre besten Zeiten hinter sich.

KINO: Die historische Goldmedaille für Ringerin Aline Rotter-Focken gab es in ihrem Heimatort Triberg im Schwarzwald auf der größtmöglichen Leinwand zu sehen: Ehemann und Familie hatten das örtliche Kino schon für den Halbfinal-Kampf angemietet, für das Finale «war es ganz voll», berichtete die 30-Jährige am Tag nach dem ersten Olympiasieg für eine deutsche Ringerin. «Sie mussten ein richtiges Coronatestkonzept erstellen, dass die alle da gleichzeitig drin sein durften. Das war mega schön und super emotional.»

EMPFANG: Den Empfang für Medaillengewinnerinnen und -gewinner kannte Kristin Pudenz natürlich schon als Einwohnerin des deutschen Quartiers im olympischen Dorf. Dass ihr selbst dann aber nach Silber im Diskuswurf weit nach Mitternacht auch so viele Kolleginnen und Kollegen zujubelten, berührte und freute sie. «Ich war überrascht, dass so viele noch wach waren», sagte sie.

DURCHHALTEVERMÖGEN: Lange war Kristin Pudenz international ein unbeschriebenes Blatt in der Leichtathletik. «Ich habe jetzt mit 28 wirklich das erste Mal einen Riesenerfolg. In der Jugend war ich immer irgendwie B-Reihe und konnte nie irgendwelche internationalen Wettkämpfe mitmachen. Das hat erst die letzten Jahre angefangen», sagte sie nach Olympia-Silber im Diskuswurf. «Ich finde schön, dass ich zeigen konnte: Es lohnt sich halt, dranzubleiben. Egal wie schwer es zwischendurch ist.»

MASKOTTCHEN: Yoshi sucht einen neuen Besitzer. Das Maskottchen der deutschen Olympia-Reiter wird bei einer Spendenaktion zugunsten der Betroffenen der Flutkatastrophe verlost. Der rund 70 Zentimeter große Teddybär ist von allen deutschen Dressur-, Vielseitigkeits- und Springreitern in Tokio unterschrieben worden. Der Weg zur Spende führt über die Homepage des Internetstreamingdienstes clipmyhorse (https://go.cmh.tv/verlosung-yoshi/). Organisator ist Hans Melzer, der Bundestrainer der Vielseitigkeitsreiter.

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