Norwegen holt fünf IS-Kinder ins Land

Foto: epa/Robert Ghement
Foto: epa/Robert Ghement

OSLO (dpa) - Die norwegischen Behörden holen fünf elternlose Kinder von Anhängern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ins Land. Medienberichten zufolge waren die Eltern - eine norwegische Frau und ihr afrikanischer Mann - nach Syrien gereist, um sich dem IS anzuschließen. Der Vater sei tot, die Mutter vermisst.

Ministerpräsidentin Erna Solberg bestätigte am Montag, dass die Kinder vom Lager Al-Haul in Syrien sicher auf dem Weg nach Norwegen seien. Über ihren Zustand sei bislang nichts bekannt, aber sie hätten sich in einem gefährlichen Gebiet aufgehalten - ohne Nahrung und ohne Medikamente. Außenministerin Ine Eriksen Søreide sagte, der Prozess sei sehr schwierig und komplex gewesen.

Die norwegische Zeitung «Aftenposten» berichtete, zwei norwegische Schwestern - die 2013 nach Syrien gegangen seien - hätten sich dort der fünf Waisenkinder angenommen. Die jungen Frauen aus Bærum bei Oslo wurden durch das Buch «To Søstre» (Zwei Schwestern. Im Bann des Dschihad) der Journalistin Åsne Seierstad in Norwegen bekannt. Das norwegische Außenministerium wollte allerdings nicht bestätigen, dass die Schwestern etwas mit jenen fünf Kindern, die nun ins Land geholt werden, zu tun hätten.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.