Noch immer Millionen Blindgänger 

VIENTIANE/MÜNCHEN: Vier Jahre nach Inkrafttreten des internationalen Streubombenverbots gefährden in einigen Ländern immer noch unzählige Blindgänger die Bevölkerung.

Allein in Laos liegen von rund 270 Millionen abgeworfenen US-Sprengsätzen aus dem Krieg vor 50 Jahren «noch heute ungezählte Millionen nicht explodiert im Land», wie die Organisation Handicap International am Donnerstag in München (Bayern) mitteilte. Der Verein kritisiert, dass sich die Hauptproduzenten von Streubomben wie die USA, China und Russland bis heute nicht dem Abkommen angeschlossen haben. Auch die syrische Regierung habe den Vertrag nicht unterzeichnet und die Waffen im Bürgerkrieg wiederholt eingesetzt.

Das Streubomben-Abkommen war 2008 in Oslo unterzeichnet worden und am 1. August 2010 in Kraft getreten. Mittlerweile haben sich 84 Staaten verpflichtet, Streumunition weder einzusetzen noch zu produzieren oder weiterzugeben. Bestehende Arsenale sollen laut Vertrag spätestens acht Jahre nach Inkrafttreten vernichtet sein.

Streubomben gelten als besonders heimtückisch. Sie öffnen sich in der Luft und können viele kleine Sprengsätze über ein großes Gebiet verteilen. Vielfach bleiben sie jahrelang als gefährliche Blindgänger zurück. (Foto: epa)

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