Corona-Fälle bei ankommenden Südafrika-Reisenden

Niederlande  

Ein Mitarbeiter von SKF wird vor Arbeitsbeginn im firmeneigenen Corona-Test-Center auf das Coronavirus getestet. Foto: Nicolas Armer/dpa
Ein Mitarbeiter von SKF wird vor Arbeitsbeginn im firmeneigenen Corona-Test-Center auf das Coronavirus getestet. Foto: Nicolas Armer/dpa

DEN HAAG: Dutzende aus Südafrika in Amsterdam gelandete Passagiere sind nach Einschätzung niederländischer Behörden mit dem Coronavirus infiziert. Es sei allerdings noch nicht geklärt, ob es sich dabei um die neue Virusvariante B.1.1.529 handele, zitierte die Zeitung «De Telegraaf» in der Nacht zu Samstag die Gesundheitsbehörden. Das sollten Folgeuntersuchungen des Erasmus Medical Centre in Rotterdam zeigen. Am Freitagvormittag waren zwei Flugzeuge der Gesellschaft KLM mit rund 600 Menschen an Bord auf dem Airport Schipohl gelandet. Die Maschinen waren in Kapstadt und Johannesburg gestartet.

Ein Sprecher des Gesundheitsamt sagte der Zeitung zufolge, es lägen mittlerweile 110 Ergebnisse vor. Davon seien 15 Ergebnisse positiv und 95 Ergebnisse negativ. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse werde eine Rate von 13,6 Prozent angenommen. Das bedeute, dass man mit 85 positiven Fällen rechnen müsse.

Die infizierten Personen würden in einem bewachten Isolationshotel untergebracht, hieß es weiter. Wer ein negatives Testergebnis erhalte, dürfe den Flughafen verlassen, müsse aber fünf Tage lang in häusliche Quarantäne und sich nach fünf Tagen erneut testen lassen. Reisende mit einem positiven Testergebnis würden mindestens sieben Tage in dem Hotel bleiben, wenn sie Beschwerden hätten, und fünf Tage, wenn sie keine Beschwerden hätten.

Wie andere Länder auch hatten die Niederlande wegen des Aufkommens der neuen Virusvariante ein Landeverbot für Flüge aus dem südlichen Afrika verhängen. Dieses galt ab Freitag, 12.00 Uhr. Passagiere, die aus der Region noch unterwegs waren, mussten sich nach Ankunft auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol testen lassen und anschließend in Quarantäne begeben. Auch Deutschland und andere EU-Länder wie Dänemark, und Italien hatten Reisebeschränkungen verhängt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die Variante B.1.1.529 am Freitag als «besorgniserregend» eingestuft. Experten befürchten, dass die vielen Mutationen der Variante dazu führen, dass sich der Erreger schneller ausbreitet oder die Impfstoffe ihre Schutzwirkung verlieren. Am Freitag wurde ein erster Fall in Belgien gemeldet.

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Derk Mielig 28.11.21 16:10
in weiten Teilen der Welt fast nicht geimpft
An diese Expertenmeinungen kann ich mich noch gut erinnern, sie verschwanden leider wieder schnell aus den Medien. Denn die Entwicklungsländer sind weit und man war mit der Verteilung der Impfstoffe in der ersten Welt beschäftigt. Das wird sich rächen, vllt. ist das jetzt der Anfang.
Joerg Obermeier 28.11.21 05:41
War ja fast zu erwarten
Noch in 2020 hatten die Experten darauf hingewiesen, dass es nur relativ wenig nutzt Europa und ein paar weitere reiche Staaten durchzuimpfen, wenn andererseits in weiten Teilen der Welt fast nicht geimpft wird. Nun taucht also aus dem südlichen Afrika eine neue Mutation auf, die alles andere in den Schatten stellen soll. Klasse, wenn's jetzt blöd läuft, sind wir wieder da, wo wir vor genau einem Jahr auch schon waren. Ehrlich, obwohl mir schon lange klar ist, dass es die Welt von 2019 nicht mehr gibt und auch nicht mehr so wird. Aber ich mag diesen ganzen Mist nicht mehr hören und sehen und lesen. Nur es nutzt halt alles nichts. Es ist, wie es ist. Es mag echt egoistisch gedacht sein. Aber ich bin froh, dass ich schon so alt bin. Ein Leben gelebt zu haben. Jüngere müssen da noch sehr viel länger durch. Was die sich wohl denken?