«Inhumane Unterbringung» von Flüchtlingen

Niederlande verklagt  

Symbolfoto: Freepik/geralt
Symbolfoto: Freepik/geralt

DEN HAAG: Der niederländische Staat muss sich wegen der dramatisch schlechten Unterbringung von Asylsuchenden vor Gericht verantworten. Das Flüchtlingshilfswerk reichte am Mittwochabend in Den Haag Klage ein. Als Folge staatlicher Sparmaßnahmen müssten seit fast einem Jahr tausende Flüchtlinge unter «unmenschlichen Umständen» in Zelten oder Sporthallen leben, hieß es. Mit einer einstweiligen Verfügung will die Organisation erzwingen, dass die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllt werden. Dazu gehörten Privatsphäre, Gesundheitsversorgung, ein Bett, anständiges Essen, saubere Duschen und WCs sowie Wetter-Schutz.

In den vergangenen Wochen hatte sich gerade die Lage beim nationalen Asylzentrum Ter Apel im Nordosten an der deutschen Grenze zugespitzt. Da das Lager überfüllt ist, müssen hunderte Menschen im Freien schlafen oder auf Stühlen in Warteräumen. «Die Lage ist unter die humanitäre Untergrenze gesunken», sagt das Flüchtlingshilfswerk.

Auch der Staatssekretär für Asylfragen, Eric van den Burg, sprach zuvor von einer «unhaltbaren Situation». Er will Kommunen zur Aufnahme von Asylbewerbern zwingen. Der Prozess soll am 15. September stattfinden.

Ursache der Krise ist nicht ein großer Zustrom von Flüchtlingen. Der ist mit rund 43.000 Menschen pro Jahr stabil. Doch nach Sparmaßnahmen bei der Immigrationsbehörde und Schließung von Asylzentren fehlen nun Plätze und es nehmen Wartezeiten zu, sagte Frank Candel, Vorsitzender des Flüchtlingswerkes. «Hier geht es nicht um höhere Gewalt, sondern um seit Jahren scheiternde Politik»,

Von der Krise sind die rund 60.000 Flüchtlinge aus der Ukraine nicht betroffen. Sie haben einen Sonderstatus und wurden von den Kommunen oder Privatleuten untergebracht.

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Derk Mielig 18.08.22 16:40
Bernd Wendland 18.08.22 15:30
Darüber hinaus:
"Warum können die edlen Asylsuchenden ihre Klosetts und Waschräume nicht selber sauber halten?"
Eine sehr gute Frage. Oder wie ein Martin hier letztens volllkommen richtig anmerkte, "Arbeit geben, damit sie nicht den Rest ihres Lebens in der Bude oder in einem Park verbringen müssen."
Derk Mielig 18.08.22 16:30
@Wendland
Deutsche Hausfrauen, die für einen popeligen Lohn Unterkünfte instand halten?
Hört sich für mich sehr nach Schwarzarbeit an.
Obwohl ja, zumindest nach meiner Erfahrung, Instandhaltungen und -Setzungen an dt. Unterkünften heutzutage eher von migrierten Männern durchgeführt werden, da dass ja kaum noch ein BioDeutscher machen möchte.
Bernd Wendland 18.08.22 15:30
Warum können die edlen Asylsuchenden ihre Klosetts und Waschräume nicht selber sauber halten? Sie haben doch keine sonstigen Verpflichtungen, geschweige denn Jobs. Die Unterkünfte müssen dann stattdessen von deutschen Hausfrauen instand gehalten werden, die ihrerseits von ihrem popeligen Lohn einen Teil gar nicht bekommen, da dieser für die Alimentierung unserer Dauergäste verplant sind. In Seeth, Schleswig-Holstein, war eine Migrantenunterkunft schließlich derartig verdreckt und -- pardon -- vollgeschissen, dass die Raumpflegerinnen in den Streik traten. Die Wachmannschaft tat es ihnen damals gleich, da diese den, ach so friedfertigen Geflüchteten nicht mehr Herr wurde, als diese die Bettgestelle auseinander nahmen, um damit aufeinander einzuprügeln. Sicherlich waren sie so traumatisiert, weil sie von zuhause in Luxus hatten schwelgen dürfen.
Ingo Kerp 18.08.22 15:00
Die Niederländer. Die glauben wohl, man koennte es sich einfach machen mit den ausl. Gästen, Migranten genannt. Die haben ihr Land verlassen, in dem sie privat natürlich Privatsphäre, Gesundheitsversorgung, ein Bett, anständiges Essen, saubere Duschen und WCs sowie Wetter-Schutz hatten. Da darf man doch von den Niederländern erwarten, das zumindest der gleiche Standard wie zuvor daheim gewährleistet ist.