Neuseeländischer Drogenboss stirbt in Thai-Gefängnis

Übermut tut selten gut: Wog sich Lee Vincent zu sehr in Sicherheit?

Den Drogenfahndern immer einen Schritt voraus zu sein und das Desinteresse der Thai-Behörden an seiner Person, mögen Gründe dafür gewesen sein, dass sich der Drogenboss zu zu sicher fühlte und nachlässig wurde.
Den Drogenfahndern immer einen Schritt voraus zu sein und das Desinteresse der Thai-Behörden an seiner Person, mögen Gründe dafür gewesen sein, dass sich der Drogenboss zu zu sicher fühlte und nachlässig wurde.

BANGKOK: Wie das Leben so spielt – Einer drohenden Haftstrafe von 12,5 Jahren in seinem Heimatland konnte er entkommen, dem Tod jedoch nicht. Ein neuseeländischer Drogenboss, der im berüchtigten Bangkoker Gefängnis Bang Kwang wegen der Überziehung seiner Aufenthaltsgenehmigung einsaß, ist dort an den Folgen einer bakteriellen Infektion gestorben.

Szene feierte ihn als „Pionier der Partypillen“

Jahrelang hatten die neuseeländischen Sicherheitsbehörden vergeblich probiert, die Auslieferung von Lee Vincent aka Kemp Ashby zu erzielen, der in in seinem Heimatland wegen Drogenhandels und Geldwäsche gesucht und zu 12,5 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Ihm und seinem Partner Chris Chase wird vorgeworfen, mit der Herstellung und dem Verkauf von Ecstasy-Tabletten über das in Neuseeland ansässige Unternehmen „London Underground“ ein 50 Millionen Neuseeland-Dollar schweres Imperium aufgebaut zu haben. Während sein Partner bereits vor sieben Jahren geschnappt wurde und seine Haftstrafe absaß, flüchtete der „Pionier der Partypillen“, so sein Ruf in der Szene, nach Thailand und führte dort ein scheinbar unbesorgtes Leben. Denn die Aufforderung der neuseeländischen Behörden, Lee Vincent auszuliefern, stieß bei ihren thailändischen Amtskollegen auf taube Ohren. 

Overstay verhängnisvolle Dummheit

Vermutlich wog sich Lee Vincent deshalb zu sehr in Sicherheit. Er wurde nachlässig und überzog seine Aufenthaltsgenehmigung, ein Delikt, bei dem die thailändischen Behörden keinen Spaß verstehen. Im Zuge großangelegter Razzien gegen „Overstayer“, geriet er letztes Jahr ins Visier der Fahnder der Einwanderungsbehörde, die ihn schließlich verhafteten. Seitdem saß er seine Haft in Bangkok ab, wo er vor einigen Tagen den Folgen einer bakteriellen Infektion erlag.

Gemäß den thailändischen Ermittlern in dem Fall, könne sowohl Mord als auch Selbstmord ausgeschlossen werden. Denn um seine Gesundheit stand es bereits vor der Festnahme schlecht. So soll der für seinen ausschweifenden Lebensstil bekannte Drogenboss bereits im Juni 2018 in seinem Facebook-Profil beklagt haben, dass er unter den Folgen von Gasbrand leiden würde, eine meist durch Clostridium perfringens ausgelöste Infektionskrankheit. Auch hatte er bereits 15 Operationen hinter sich, um die Amputation von Gliedmaßen zu verhindern. Da seine körpereigene Abwehr nicht mehr fehlerfrei funktionierte, erwies sich die bakterielle Infektion als Todesurteil für den schwerkranken Gangster.

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Dr. Ulm 04/03/2019 16:00
Wenn er das Geld in Thailand gelagert hat, was wird wohl damit passieren!?! Das sie einen armen schlucker loswerden wollen ist klar ,bei einem solchen Vermögen sieht die Welt doch anders aus!
Joerg Obermeier 04/03/2019 13:08
Es wäre mir neu, wenn Thailand ausländische Straftäter nicht ausliefern würde. Warum das bei diesem Herrn nicht so gewesen soll soll?