Neues aus der Raumfahrt am Sonntag

Foto: Pixabay
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Nasa-Sonde mit Asteroiden-Probe an Bord soll Rückflug antreten

WASHINGTON: Die Nasa-Sonde «Osiris-Rex» soll sich am Montag mit einer Asteroidenprobe an Bord auf den Weg zurück zur Erde machen. Die Sonde wird dazu laut Plänen der US-Raumfahrtbehörde Nasa gegen 22 Uhr deutscher Zeit die Umlaufbahn des Asteroiden Bennu verlassen, von dem sie im Oktober Staub und Geröll gesammelt hatte. Es war das erste Mal, dass ein US-Flugkörper eine Probe eines Asteroiden nahm. Die Nasa hatte angekündigt, den Beginn der Rückkehr-Mission live in mehreren sozialen Netzwerken zu übertragen.

Es dauert voraussichtlich bis September 2023, bis die Sonde ihre Fracht nach einem laut Nasa rund 2,3 Milliarden Kilometer weiten Flug auf der Erde abliefert. «Osiris Rex» (die Abkürzung steht für: Origins, Spectral Interpretation, Resource Identification, Security-Regolith Explorer) war im September 2016 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet und rund zwei Jahre später bei Bennu angekommen. Seitdem umkreiste die etwa sechs Meter lange und 2100 Kilogramm schwere Sonde den Asteroiden und untersuchte ihn mit ihren wissenschaftlichen Instrumenten und Kameras.


Trümmer chinesischer Rakete in Indischen Ozean gestürzt

PEKING: Die Befürchtung eines zerstörerischen Trümmerregens über bewohntem Gebiet hat sich nicht bestätigt: Die Überreste einer für den Bau der ersten chinesischen Raumstation genutzten Rakete sind zwischen der Arabischen Halbinsel und Indien ins offene Meer gestürzt. Das meldeten chinesische Staatsmedien am Sonntagmorgen. Demnach verbrannten die meisten Überreste des Flugkörpers beim Eintritt in die Atmosphäre, die restlichen Trümmer seien in den Indischen Ozean gefallen. Die Rakete vom Typ «Langer Marsch 5B» hatte am 29. April das 22 Tonnen schwere Modul «Tianhe» (Himmlische Harmonie) ins All gebracht, das den Hauptteil der chinesischen Raumstation bilden soll.

Experten hatten davor gewarnt, dass die Trümmer am Wochenende «unkontrolliert» in die Atmosphäre eintreten könnten - schließlich sei die Rakete nicht dafür gebaut, um durch Triebwerke so gesteuert zu werden, dass sie gezielt über einem unbewohnten Gebiet oder dem Meer in die Atmosphäre gelangt. Es wurde vor einem ähnlichen Ausgang wie im Mai 2020 gewarnt: Damals waren nach dem ersten Flug des neuen Raketentyps Trümmer in der westafrikanischen Elfenbeinküste niedergegangen und hatten lokalen Berichten zufolge Häuser beschädigt.

Normalerweise seien solche Raketenstufen nicht dafür ausgelegt, überhaupt in eine Umlaufbahn um die Erde zu gelangen, berichtete Marlon Sorge vom Zentrum für Wiedereintritt-Studien (CORDS) der Aerospace Corporation in Kalifornien. Vielmehr sei ihre Flugbahn gewöhnlich so geplant, dass sie nach dem Start in ein sicheres Absturzgebiet fallen - also etwa ins Meer. Wenn eine Rakete im Orbit sei, müsse ein sogenanntes Deorbit-Manöver vorgenommen werden, bei dem Triebwerke genutzt würden, um den Wiedereintrittspunkt kontrolliert zu wählen.


Kosmonauten und Astronaut auf ISS erinnern an Sieg über NS-Regime

MOSKAU: Zwei russische Kosmonauten und ein US-amerikanischer Astronaut haben auf der Internationalen Raumstation ISS des Sieges über Hitler-Deutschland vor 76 Jahren gedacht. «Wir werden die Erinnerung an die Millionen Opfer ehren, auf deren Kosten unsere Großväter und Urgroßväter die zerstörerischen Kräfte gestoppt und den Menschen Frieden sowie das Recht auf Leben und das Recht auf Freiheit zurückgegeben haben», sagte der Russe Oleg Nowizki in einer Videobotschaft, die die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos in der Nacht zum Sonntag veröffentlichte. «Diese Erinnerung wird uns für immer heilig sein.» Der Amerikaner Mark Vande Hei wünschte allen Menschen auf der Erde auf Russisch Frieden und Gesundheit.

Während die Westalliierten am 8. Mai an die Kapitulation des faschistischen Deutschlands am Ende des Zweiten Weltkriegs erinnern, feiern die Russen den «Tag des Sieges» einen Tag später. Hintergrund ist die Zeitverschiebung: Der Beginn der Waffenruhe war 1945 auf den 8. Mai um 23.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit festgelegt worden. In Moskau war es da bereits 1.00 Uhr - am 9. Mai.

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