Neues aus der Raumfahrt am Sonntag

ine SpaceX Falcon-9-Rakete startet vom Kennedy Space Center in Cape Canaveral. Foto: Craig Bailey/Florida Today/ap/dpa
ine SpaceX Falcon-9-Rakete startet vom Kennedy Space Center in Cape Canaveral. Foto: Craig Bailey/Florida Today/ap/dpa

Raumfrachter «Dragon» an ISS angedockt

CAPE CANAVERAL: Ein «Dragon»-Versorungsfrachter mit fast 3500 Kilogramm Ladung hat erfolgreich an die Internationale Raumstation ISS angedockt. An Bord der unbemannten Mission sind unter anderem wissenschaftliche Experimente und Nahrungsmittel. Zum Zeitpunkt des Andockens sei die ISS über dem Pazifik geflogen, hieß es in einer Live-Übertragung der US-Raumfahrtbehörde Nasa im Internet. Es ist die 26. Versorgungsmission des kommerziellen Betreibers SpaceX in Zusammenarbeit mit der Nasa. Der Versorgungsfrachter soll nach etwa einem Monat wieder auf der Erde landen.

Geliefert wurden laut Nasa unter anderem Solarpanele zur Stromversorgung, eine spezielle Tomaten-Sorte für gesündere Ernährung von Astronauten und ein Bluttest mit Mikroskop, der medizinische Diagnosen von Menschen im All erleichtern sollen. Als Überraschung für die ISS-Astronauten sei auch Eiscreme an Bord, hieß es am Sonntag während der Übertragung. Die erste «Dragon»-Kapsel von SpaceX zur ISS war 2012 geflogen.


Nasa-Mission «Artemis 1» auf Mond-Umlaufbahn und mit Rekord

WASHINGTON: Monatelang war der Start der Mondmission «Artemis 1» wegen Problemen verschoben worden, doch anderthalb Wochen nach dem Start kann die Nasa nun auf Erfolg hoffen. In den vergangenen Tagen gelangen zwei wichtige Meilensteine.

Rund zehn Tage nach ihrem Start hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa zwei Erfolgsmeldungen zu ihrer unbemannten Mondmission «Artemis 1» verkündet. Zum einen hat die «Orion»-Kapsel am Samstag einen Entfernungsrekord aufgestellt. Sie sei mehr als 249.000 Meilen (über 400.000 Kilometer) von der Erde entfernt, teilte die US-Raumfahrtbehörde auf Twitter mit. Das sei die bisher längste Distanz für ein für Menschen gemachtes Raumschiff. Den bisherigen Rekord hatte vor mehr als 50 Jahren die Mission «Apollo 13» mit 248.655 Meilen aufgestellt, hieß es in einer Mitteilung.

Zum anderen hatte die Nasa bereits am Freitag gemeldet, dass die unbemannte Kapsel bei ihrem Testflug am Freitag wie geplant ihre Triebwerke angefeuert habe und so in die Mond-Umlaufbahn eingeschwenkt sei. Diese Umlaufbahn sei etwa 80 00 Kilometer von der Oberfläche des Mondes entfernt, weswegen «Orion» bereits für eine halbe Umrundung sechs Tage brauche. Die Kapsel werde in einer Richtung um den Mond fliegen die der entgegengesetzt ist, in der der Mond um die Erde fliege. Diese Umlaufbahn hat laut Nasa den Vorteil, dass sie sehr stabil ist und «Orion» auf ihr vergleichsweise wenig Treibstoff verbraucht.

Die «Artemis 1»-Mission war nach monatelangen Verschiebungen am 16. November (Ortszeit) zu einem ersten Teststart aufgebrochen. Mit der Rakete «Space Launch System» startete die «Orion»-Kapsel vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. Vor wenigen Tagen hatte sie sich dem Mond bis auf etwa 130 Kilometer genähert - so nah soll sie dem Erdtrabanten während der gesamten Testmission nicht noch einmal kommen.

«Artemis 1» wird vom vom Europäischen Servicemodul (ESM) angetrieben, das auch Strom, Wasser und Luft liefert und das Raumschiff auf der richtigen Temperatur hält. Die unbemannte Kapsel soll noch rund zwei Wochen unterwegs sein, bevor sie nach rund zwei Millionen Flugkilometern am 11. Dezember wieder zurück auf der Erde erwartet wird. Die Antriebs- und Versorgungseinheit soll bei der Rückkehr vom Besatzungsmodul abgetrennt werden und in der Atmosphäre verglühen.

Auf die aktuelle Mission soll 2024 «Artemis 2» mit Astronauten an Bord folgen. Frühestens 2025 soll ein weiterer Flug stattfinden, bei dem dann auch Menschen tatsächlich ihren Fuß auf den Mond setzen. Die bislang letzten Menschen waren 1972 mit der «Apollo 17»-Mission auf den Mond geflogen.

Insgesamt brachten die USA als bislang einziges Land mit ihren «Apollo»-Flügen zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf den Mond - alles Männer. Mit dem nach der griechischen Göttin des Mondes benannten Programm «Artemis» sollen eigentlich schon in den kommenden Jahren wieder US-Astronauten auf dem Mond landen, darunter erstmals eine Frau und eine nicht-weiße Person.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.