Neues aus der Raumfahrt am Samstag

Foto: Pixabay
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Nach anfänglicher Panne: Kosmonauten betreten neues ISS-Labor

MOSKAU: Nach einer anfänglichen Panne ist ein neues russisches Forschungsmodul nun mit der Internationalen Raumstation ISS verbunden. «Vor einer Stunde hat unsere Crew das Modul «Nauka» betreten», schrieb der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin, am Samstagnachmittag auf Twitter. «Ich gratuliere!» Mehrere Stunden zuvor war bereits die Luke zu dem am Donnerstag angedockten Labor «Nauka» (Wissenschaft) geöffnet worden.

Kurz nach der Ankunft des Moduls war es in der Nacht zu Freitag zu einem Zwischenfall gekommen: Offenbar wegen einer kurzzeitigen Software-Störung schalteten sich «Naukas» Triebwerke ungeplant an. Dadurch geriet die gesamte ISS in Bewegung. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa verlor für fast eine Stunde die Kontrolle über die Position der Station im All. Nach einem Notfalleinsatz gab es Entwarnung.

«Nauka» ist als Mehrzweckmodul vorrangig für die Forschung gedacht. Es soll aber auch als Mannschaftsquartier mit eigenem Lebenserhaltungssystem dienen. An Bord gibt es auch eine Toilette. Es misst 13 mal 4,11 Meter und wiegt mehr als 20 Tonnen.

Nach dem Vorfall hatte die Nasa den eigentlich für Freitag geplanten Start des von der Firma Boeing entwickelten «Starliner»-Raumschiffs zur ISS verschoben. Ein neuer Startversuch sei nun für Dienstag geplant, am Mittwoch solle der «Starliner» dann an der ISS andocken, teilte die Nasa am Samstag mit.

Mit dem unbemannten Testflug soll die Grundlage dafür geschaffen werden, dass mit dem «Starliner» künftig Astronauten zur Raumstation transportiert werden können. Das hätte eigentlich schon längst passieren sollen, aber bei einem ersten Test im Dezember 2019 hatte es das Raumschiff nicht zur ISS geschafft, unter anderem wegen eines Problems mit der automatischen Zündung der Antriebe.

Roskosmos erklärte am Samstag erneut, bis zum Jahr 2028 solle eine eigene russische Raumstation fertig sein. Der wissenschaftlich-technische Rat der russischen Raumfahrtbehörde habe dem bereits angekündigten Bau zugestimmt. Aus der in die Jahre gekommenen ISS wollen die Russen sich zurückziehen.


Nach Mondlander-Aus: Beschwerde von Amazon-Gründer Bezos abgelehnt

WASHINGTON: Niederlage für Amazon-Gründer Jeff Bezos im Rennen um das erste kommerzielle Mondlandegerät: Nachdem sich seine Firma Blue Origin bei einer entsprechenden Ausschreibung der US-Raumfahrtbehörde Nasa gegen die Konkurrenzfirma SpaceX von Milliardär Elon Musk nicht durchsetzen konnte, ist auch eine Beschwerde gegen diese Entscheidung abgelehnt worden. Die Nasa habe bei der Entscheidung keinerlei Regularien verletzt, teilte die Government Accountability Office, ein dem US-Kongress unterstellte Untersuchungsorgan, am Freitag mit. Die Beschwerden von Blue Origin und der Firma Dynetics, die bei der Ausschreibung ebenfalls unterlegen war, würden abgelehnt.

Zuvor hatte Amazon-Gründer Bezos bereits mit einem Geld-Angebot noch einmal versucht, die Nasa umzustimmen. Blue Origin würde unter anderem in diesem und den kommenden beiden Jahren Kosten von bis zu zwei Milliarden Dollar für Entwicklung und Herstellung des Mondlandegeräts übernehmen, wenn die Firma noch einmal gegen Konkurrent SpaceX von Elon Musk antreten dürfe, schrieb Bezos in einem offenen Brief an Nasa-Chef Bill Nelson. Die Nasa hatte darauf zunächst zumindest öffentlich nicht reagiert.

Die Behörde hatte sich bei der Ausschreibung im April gegen Blue Origin und Dynetics entschieden und stattdessen SpaceX mit der Entwicklung des ersten kommerziellen Landegeräts beauftragt, das Astronauten zum Mond bringen soll. Der Auftrag mit einem Wert von fast drei Milliarden Dollar ist Teil des sogenannten Artemis-Programms. Ursprünglich hatte die Nasa vorgehabt, zwei Firmen weiter zu beauftragen.

Bei der frühestens für 2024 geplanten Mission sollen vier Astronauten mit dem Raumfahrzeug «Orion» in die Mondumlaufbahn gebracht werden, wo zwei von ihnen für den Endanflug zum Mond auf das Landegefährt von SpaceX umsteigen werden. Ziel ist es demnach, ein vollständig wiederverwendbares Start- und Landesystem zu entwickeln, das für Flüge zu Zielen wie dem Mond und dem Mars eingesetzt werden kann.


Neuer Satellit «Eutelsat Quantum» startet mit Ariane-5-Rakete ins All

KOUROU: Der neue Telekommunikationssatellit «Eutelsat Quantum» ist an Bord einer Ariane-5-Trägerrakete ins All gestartet. Die Rakete hob am Freitagabend vom Europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guyana ab, wie der Raketenbetreiber Arianespace mitteilte. Es war der erste Flug einer Ariane 5 in diesem Jahr.

Der Satellit «Eutelsat Quantum» ist nach Angaben der Europäischen Weltraumagentur Esa im All umprogrammierbar. Es könne genau ausgewählt werden, wohin die Satellitenstrahlen gesendet werden. Diese könnten sich in Echtzeit bewegen und so etwa auch Fluggästen und Schiffspassagieren Informationen liefern.

An Bord hatte die europäische Trägerrakete auch den Telekommunikationssatelliten Star One D2 des brasilianischen Betreibers Embratel. Der Satellit soll helfen, das Breitbandnetz in Zentral- und Südamerika ausbauen.

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