Neues aus der Raumfahrt am Donnerstag

Foto: Pixabay
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Emiratischer Astronaut muss während Ramadan im All nicht fasten

HOUSTON: Der emiratische Astronaut Sultan al-Nijadi muss während des muslimischen Fastenmonats Ramadan auf der Raumstation ISS nicht auf Essen und Trinken verzichten. «Ich werde als Reisender definiert. Wir können das Fasten brechen, vorgeschrieben ist es nicht», sagte Al-Nijadi bei einer Pressekonferenz der US-Raumfahrtbehörde Nasa in Houston. Die Nahrungsaufnahme sei auch wichtig, um die Mission und andere Crewmitglieder nicht zu gefährden. Der Ramadan sei grundsätzlich aber eine gute Gelegenheit, um zu fasten. «Es ist tatsächlich gesund», sagte Al-Nijadi.

Al-Nijadi soll Ende Februar zusammen mit dem Russen Andrej Fedjajew sowie den US-Amerikanern Stephen Bowen und Warren Hoburg zur ISS aufbrechen und voraussichtlich sechs Monate bleiben.

Ende März beginnt für gläubige Muslime weltweit der Ramadan, die dann einen Monat lang vom Morgengrauen bis zum Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex verzichten. Davon sind Kinder, Schwangere, alte und schwer körperlich arbeitende Menschen aber ausgenommen. Dasselbe gilt nach Auffassung der meisten Gelehrten auch für Muslime auf längeren Reisen.


Kleiner Asteroid kommt der Erde ganz nah

PASADENA: Da kommt was aus dem All: Ein kleiner Asteroid passiert die Erde. Mit extrem geringem Abstand.

Außergewöhnlich nah zieht in der Nacht auf Freitag ein Asteroid an der Erde vorbei. Den erddichtesten Punkt seiner Bahn erreiche der «2023 BU» genannte Himmelskörper am frühen Freitag um 1.27 Uhr deutscher Zeit, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte. Dann rauscht der etwa Lieferwagen-große Asteroid in lediglich 3600 Kilometer Höhe an der Südspitze Südamerikas vorbei. Es besteht laut Nasa nicht das Risiko eines Einschlags. Zum Vergleich: Geostationäre Satelliten haben rund 36.000 Kilometer Entfernung zur Erde, die Raumstation ISS rund 400 Kilometer.

Selbst wenn «2023 BU» direkt auf die Erde zusteuerte, würde er bei seinem vergleichsweise kleinen Durchmesser von 3,5 bis 8,5 Metern beim Eintritt in die Atmosphäre als Feuerball weitgehend verglühen, so die Nasa. Es werde aller Voraussicht nach allerdings eine der dichtesten Annäherungen an die Erde, die jemals aufgezeichnet wurden, hieß es in der Mitteilung.

Den Himmelskörper entdeckt hatte der Amateurastronom Gennadi Borissow am Margo-Observatorium auf der Krim vor einigen Tagen. Borissow machte sich bereits 2019 einen Namen, als er mit einem selbstgebauten Teleskop einen Kometen entdeckte, der auf seiner Reise aus der Tiefe des Weltraums unser Sonnensystem durchkreuzte. Der Komet 2I/Borisov erregte damals weltweites Interesse unter Astronomen, die seine Beobachtungen bestätigten.

Auch Borissows jüngste Entdeckung nahmen internationale Sternwarten umgehend ins Visier, um die Umlaufbahn von «2023 BU» und damit mögliche Risiken für die Erde zu ermitteln. Eine Bedrohung durch den Asteroiden konnte dann schnell ausgeschlossen werden, wie Nasa-Wissenschaftler Davide Farnocchia erläuterte.

Forscher haben rund 27.000 Asteroiden in der Nähe der Erde identifiziert, davon rund 10.000 mit einem Durchmesser von mehr als 140 Metern. Es ist keiner bekannt, der in absehbarer Zeit direkt auf unseren Planeten zurasen könnte. Im vergangenen Oktober war es der Nasa erstmals gelungen, die Bewegungsrichtung eines Asteroiden durch den Aufprall einer Sonde zu verändern. Hintergrund des Versuchs ist die Frage, wie die Erde vor herannahenden Himmelskörpern geschützt werden könnte. Ein Asteroideneinschlag vor rund 66 Millionen Jahren gilt unter Wissenschaftlern als führende Theorie dazu, warum die Dinosaurier ausstarben.

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