Schwarze Löcher - Massemonster im All

Das superschwere schwarze Loch im Zentrum der Milchstraßengalaxie. Foto: epa/Event Horizon Telescope Collabor
Das superschwere schwarze Loch im Zentrum der Milchstraßengalaxie. Foto: epa/Event Horizon Telescope Collabor

BERLIN: Schwarze Löcher im Universum sind Orte der Extreme, ihre Eigenschaften sprengen die Vorstellungskraft. Die Masse ist in ihnen so stark zusammengepresst, dass nichts ihrer enorm hohen Anziehungskraft entkommt - nicht einmal Licht. Niemand weiß genau, was in den mysteriösen Giganten vor sich geht.

Die Objekte selbst sind unsichtbar. Sie verraten sich jedoch über die Materie, die sie verschlucken: Fällt Materie in ein Schwarzes Loch, heizt sie sich auf Millionen Grad auf und strahlt dann hell. Dieses charakteristische Leuchten können Teleskope registrieren. Zudem bewegen sich ab einem gewissen Abstand andere Himmelskörper in Umlaufbahnen um die Löcher.

Im Jahr 2019 wurde zum ersten Mal das Bild eines Schwarzen Lochs veröffentlicht - eine Sensationsaufnahme des Schwerkraftmonsters in der weit entfernten Galaxie Messier 87 (M87). Auch im Herzen unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, haust ein unsichtbares Monster: ein Schwarzes Loch mit der Masse von mehr als vier Millionen Sonnen. Auch von ihm gibt es nun ein Bild.

Schwarze Löcher können eine Masse von einigen Sonnen bis mehreren Milliarden Sonnen haben. Sie können zum Beispiel aus ausgebrannten Riesensternen entstehen, die am Ende ihrer Existenz unter der eigenen Schwerkraft zusammenstürzen. Wie extrem massereiche Schwarzen Löcher entstehen, wissen Forscher noch nicht genau.

Schwarze Löcher besitzen zwar unvorstellbar viel Masse, sind dabei aber recht klein. Ein Schwarzes Loch mit der Masse unserer Erde wäre beispielsweise nur etwa so groß wie eine Erbse.

Im Jahr 2020 hatten der Deutsche Reinhard Genzel und die US-Forscherin Andrea Ghez den Physik-Nobelpreis für die Entdeckung des supermassereichen Schwarze Lochs im Zentrum unserer Milchstraße erhalten. Zudem wurde der Brite Roger Penrose geehrt, der erkannte, dass die Bildung von Schwarzen Löchern eine Vorhersage der Allgemeinen Relativitätstheorie ist.

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