Neues aus der Raumfahrt am Donnerstag

Das SpaceX Dragon Endurance-Raumschiff ist aus einem Fenster an Bord des SpaceX Dragon Endeavour-Raumschiff zu sehen. Foto: Matthias Maurer
Das SpaceX Dragon Endurance-Raumschiff ist aus einem Fenster an Bord des SpaceX Dragon Endeavour-Raumschiff zu sehen. Foto: Matthias Maurer

Nächster Boden-Test von Nasa-Mond-Raketensystem frühestens im Juni

CAPE CANAVERAL: Nach mehreren Abbrüchen eines ersten unbemannten Bodentests will die US-Raumfahrtbehörde Nasa ihr neues Mond-Raketensystem frühestens im Juni erneut erproben. «Anfang bis Mitte Juni» könne der nächste Boden-Test stattfinden, sagte Nasa-Manager Jim Free am Donnerstag. Bei dem sogenannten «Wet Dress Rehearsal» werden bis auf den eigentlichen Start alle Abläufe getestet. Der Start könnte dann, noch unbemannt, möglicherweise im August getestet werden, sagte Free.

Ein erster Bodentest des Raketensystems für die «Artemis»-Mission - bestehend aus der Rakete «Space Launch System» und der «Orion»-Kapsel - hatte im März am Weltraumbahnhof Cape Canaveral gleich mehrfach wegen unterschiedlicher technischer Probleme abgebrochen werden müssen. Mit der «Artemis»-Mission sollten eigentlich bis 2024 wieder US-Astronauten auf dem Mond landen, erstmals auch eine Frau. Dies ist nun frühestens 2025 geplant. Vier Astronauten sollen mit dem Raumfahrzeug «Orion» in die Mondumlaufbahn gebracht werden, wo zwei von ihnen dann auf ein Landegefährt umsteigen. Am Mond soll zudem eine Art Raumstation geschaffen werden, auch als Basis für einen bemannten Flug zum Mars - das allerdings erst in fernerer Zukunft.


Deutscher Astronaut Maurer auf dem Weg zurück zur Erde

CAPE CANAVERAL: Knapp sechs Monate war Matthias Maurer auf der ISS. Nun hat seine Rückkehr zur Erde begonnen. Die Reise in einer «Crew Dragon»-Kapsel dauert knapp 24 Stunden - und dürfte ganz schön anstrengend werden.

Nach rund einem halben Jahr auf der Internationalen Raumstation ISS ist der deutsche Astronaut Matthias Maurer auf dem Weg zurück zur Erde. Der Saarländer und drei US-Kollegen dockten am Donnerstagmorgen an Bord einer «Crew Dragon»-Kapsel von der ISS ab, wie auf Live-Bildern der US-Raumfahrtbehörde Nasa zu sehen war. «Abkoppeln bestätigt», twitterte die Nasa.

Am Freitagmorgen deutscher Zeit soll die Kapsel mit Maurer und den drei Nasa-Astronauten Kayla Barron, Raja Chari und Thomas Marshburn im Meer vor der Küste des US-Bundesstaats Florida landen. Am späten Freitagabend wird Maurer, wenn alles nach Plan läuft, zurück in Deutschland erwartet. Er soll am militärischen Teil des Flughafens Köln/Bonn landen.

Bei seinem Rückflug muss sich Maurer auf eine anstrengende Reise einstellen. «Wenn die Raumkapsel die Wasseroberfläche berührt, wird die Crew sehr eindeutig spüren, dass sie wieder auf der Erde ist», sagte der Astronaut Thomas Reiter (63) der Deutschen Presse-Agentur. Man spüre nach einem halben Jahr in der Schwerelosigkeit jede kleine Bewegung. «Man ist schon überrascht, wie schwer sich Arme und Beine plötzlich anfühlen.» Alexander Gerst, der zuletzt 2018 auf der ISS war, schrieb auf Twitter: «Viel Spaß bei der Achterbahnfahrt! ;) Wir warten hier unten auf euch!»

Beim Eintritt in die Atmosphäre heizt sich die Außenseite der Kapsel nach Esa-Angaben auf etwa 1600 Grad Celsius auf. Rund 5700 Meter über dem Meer sollen dann Fallschirme öffnen, an denen die «Crew Dragon» nach unten schwebt und auf dem Wasser landet. In der Nähe der Landestelle warten Schiffe, um die Astronauten einzusammeln.

Der 52-jährige Maurer war am 11. November 2021 mit seinen drei Crew-Kollegen zum Außenposten der Menschheit gereist. Der Esa-Astronaut war der zwölfte Deutsche im Weltall. «Es waren sechs herausragende Monate hier auf der Raumstation», hatte Maurer bei einer offiziellen Verabschiedungszeremonie am Mittwoch an Bord der ISS gesagt. «Es ist das Ende einer sechsmonatigen Mission, aber der Weltraum-Traum lebt weiter.»

Den vorerst letzte Tag an Bord der ISS sähen sie alle mit einem lachenden und einem weinenden Auge, sagte Maurers Kollege Marshburn bei der Zeremonie. Die Astronauten hätten ihre letzten Sachen zusammengesammelt und sich darauf vorbereitet, nach Hause zu kommen.

Marshburn übergab bei der Zeremonie zudem das Kommando über die Raumstation an seinen russischen Kollegen Oleg Artemjew. Bei ihm werde die ISS «in guten Händen» sein, sagte Marshburn. «Das bleibende Erbe der ISS wird sehr wahrscheinlich die internationale Zusammenarbeit und ein Ort des Friedens sein.»

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