Neues aus der Raumfahrt am Donnerstag

Jiuquan Satellite Launch Center, in der Wüste Gobi. Foto: epa/Roman Pilipey
Jiuquan Satellite Launch Center, in der Wüste Gobi. Foto: epa/Roman Pilipey

China heißt ausländische Astronauten in seiner Raumstation willkommen

JIUQUAN: China heißt ausländische Astronauten an Bord seiner künftigen Raumstation willkommen. Vor dem Flug von drei Astronauten zum Kernmodul der im Bau befindlichen Station sagte der Vizedirektor des chinesischen Raumfahrtprogramms, Lin Xiqiang, am Donnerstag am Raumfahrtbahnhof Jiuquan vor Journalisten, dass künftig auch Astronauten aus anderen Ländern eingeladen werden.

Die «Tiangong» (Himmelspalast) genannte Raumstation könne nach ihrer Fertigstellung im nächsten Jahr eine Plattform für internationale Kooperation werden, einschließlich gemeinsamer Raumflüge, sagte der Vizedirektor. Er wies darauf hin, dass chinesische Raumfahrer schon in Russland und Europa trainiert hätten. Auch seien europäische Astronauten 2017 in China zu einem Überlebenstraining auf See gewesen.

Astronauten aus 15 Ländern waren bisher schon an Bord der Internationalen Raumstation (ISS), doch niemals chinesische Raumfahrer. Der Grund war der Widerstand der USA. Der US-Kongress verabschiedete 2011 ein Gesetz, das aus Gründen der nationalen Sicherheit jeden Kontakt zum chinesischen Raumprogramm untersagte.

Mit sechs Monaten im All wollen die drei chinesischen Astronauten, die am Freitag ins All gebracht werden sollen, einen Rekord für das chinesische Raumfahrtprogramm aufstellen.


Raumfahrer wollen Rekord für China aufstellen: Sechs Monate im All

JIUQUAN: Mit einer Rakete vom Typ «Langer Marsch 2F» will China an diesem Freitag erneut drei Astronauten ins All bringen. Die Crew soll einen Rekord für Chinas bemanntes Raumfahrtprogramm aufstellen. Das Trio wird laut Plan sechs Monate an Bord des Hauptmoduls der im Bau befindlichen chinesischen Raumstation verbringen. Erstmals seit 2013 fliegt auch wieder eine chinesische Astronautin ins All.

Das Raumschiff «Shenzhou 13» soll kurz nach Mitternacht Ortszeit, also am Freitagabend in Europa, vom Raumfahrtbahnhof Jiuquan am Rande der Wüste Gobi abheben. Bei ihrem Langzeitaufenthalt wird die dreiköpfige Mannschaft die Systeme des Kernmoduls testen, außerhalb des Raumschiffs arbeiten und wissenschaftliche Experimente machen.

Im nächsten Jahr sollen zwei weitere Module an den «Tianhe» (Himmlische Harmonie) genannten Hauptteil der Raumstation angeschlossen werden, um den dann «Tiangong» (Himmlischer Palast) genannten chinesischen Außenposten im All fertigzustellen.


Kugeln und Knochen: Bilder geben Hinweise zu Herkunft von Asteroiden

GARCHING: Woher kommen die Objekte im Asteroidengürtel des Sonnensystems? Bei der Antwort auf diese Frage sollen hochauflösende Bilder der Brocken helfen. Denn die Himmelskörper sind vielfältiger, als sie scheinen.

Astronomen haben 42 Asteroiden zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter so scharf aufgenommen wie nie zuvor. Die Bilder des Very Large Telescope (VLT) in Chile zeigten «ein breites Spektrum an eigenartigen Formen, von kugelförmig bis hin zu Hundeknochen», teilte die Europäische Südsternwarte (Eso) mit Sitz in Garching bei München mit. Eine Studie zu den Objekten im sogenannten Asteroidengürtel veröffentlichten die Astronomen in der Fachzeitschrift «Astronomy & Astrophysics». Die Aufnahmen könnten dabei helfen, herauszufinden, woher die Asteroiden kommen.

Die Himmelskörper können demnach in eine Gruppe kugelförmiger und eine länglicher Objekte unterteilt werden und unterscheiden sich deutlich bei der Dichte: Einige Asteroiden seien in etwa so dicht wie Kohle, andere dichter als Diamant. «Diese enorme Vielfalt in ihrer Zusammensetzung können wir nur verstehen, wenn die Körper in verschiedenen Regionen des Sonnensystems entstanden sind», sagte einer der Autoren der Studie, Josef Hanus von der Karls-Universität in Prag. Die Ergebnisse stützten die Annahme, dass die Asteroiden mit der geringsten Dichte jenseits des Neptuns entstanden sind.

Zuvor seien nur drei große Asteroiden im Gürtel im Zuge von Weltraum-Missionen so detailliert abgebildet worden, sagte der Leiter der Studie, Pierre Vernazza vom Laboratoire d'Astrophysique de Marseille in Frankreich. Deshalb sei über ihre Form und Dichte bislang wenig bekannt gewesen.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.