Neues aus der Raumfahrt am Donnerstag

Eine SpaceX Falcon 9-Rakete, Raumschiff Crew Dragon, ist in einer Falschfarben-Infrarotbelichtung zu sehen, als sie von der NASA-Station gestartet ist. Foto: epa/Bill Ingalls
Eine SpaceX Falcon 9-Rakete, Raumschiff Crew Dragon, ist in einer Falschfarben-Infrarotbelichtung zu sehen, als sie von der NASA-Station gestartet ist. Foto: epa/Bill Ingalls

Cargoflug zu Kernmodul von Chinas Raumstation weiter verschoben

WENCHANG: Der Start des unbemannten Raumschiffes «Tianzhou 2» mit Fracht für den Hauptteil seiner künftigen Raumstation ist offenbar weiter verschoben worden. Das Startfenster verstrich am Donnerstag, ohne dass es auf der Startrampe des Raumfahrtbahnhofs in Wenchang auf der südchinesischen Insel Hainan Anzeichen für Vorbereitungen gab, dass die Rakete «Langer Marsch» abheben würde. Auch blieb die Plattform geschlossen.

Ausländische Raumfahrtexperten hatten einen möglichen Start für 19.09 Uhr MESZ vorhergesagt. Doch hielt sich Chinas Raumfahrtprogramm bedeckt, ob ein neuer Versuch gestartet werden sollte. Allerdings hatte die Polizei zuvor die für einen Start üblichen Verkehrsbeschränkungen um den Raumfahrtbahnhof verhängt.

Schon am Vortag hatte der Start verschoben werden müssen. Das Raumfahrtprogramm sprach von «technischen Gründen». «Tianzhou 2» soll Versorgungsgüter zu dem «Tianhe» genannten Kernstück der Raumstation bringen, die bis Ende des nächsten Jahres fertiggestellt werden soll. Der Flug soll die in drei Wochen geplante Mission von drei Astronauten zu dem Raummodul vorbereiten.


Europäische Weltraumagentur plant Netzwerk von Mondsatelliten

PARIS: Die Europäische Weltraumagentur (Esa) geht bei ihren Plänen für Satelliten rund um den Mond einen Schritt voran. Sie hat zwei Firmenkonsortien damit beauftragt, zu erarbeiten, wie Telekommunikations- und Navigationsdienste für Missionen zum Mond bereitgestellt werden können. Ziel des Projektes sei die effiziente Erforschung des Mondes mit Hilfe eines Telekommunikations- und Navigationsnetzwerks, das aus mehreren Mondsatelliten bestehe, sagte Elodie Viau, Esa-Direktorin für Telekommunikation und integrierte Anwendungen.

Die Nutzung eines gemeinsamen Telekommunikations- und Navigationsdienstes bei zukünftigen Einzelmissionen werde diese leichter machen und Platz für zusätzliche wissenschaftliche Instrumente oder andere Fracht schaffen, erklärte die Esa. Das werde diese Missionen auch kosteneffizienter machen. EU-Mitgliedsstaaten könnten dann leichter ihre eigenen Mondmissionen starten - auch mit geringem Budget. «Es wird uns helfen, den Weg für die Mission zum Mars und darüber hinaus zu ebnen», so Viau.


Vulkan und Wasserstoff: Emiratische Raumsonde seit 100 Tagen am Mars

ABU DHABI: In den 100 Tagen seit ihrem Eintritt in die Umlaufbahn des Mars hat die Raumsonde der Vereinigten Arabischen Emirate weitere Bilder und Daten zur Erforschung des Roten Planeten geliefert. Ein Ultraviolett-Spektrometer an Bord der Sonde erfasste Ende April Wasserstoff in der Marsatmosphäre. Dies soll den Experten der Mission «Amal» (Hoffnung) zufolge helfen, die Verteilung von Wasserstoff auf dem Mars dreidimensional aufzuzeigen. Ein weiteres Gerät an Bord der Sonde machte unter anderem ein Bild des Mars-Vulkans Olympus Mons aus einer Höhe von rund 13.000 Kilometern.

Die Sonde war am 9. Februar ohne größere Zwischenfälle mit einer Geschwindigkeit von 18.000 Kilometern pro Stunde in die Umlaufbahn des Mars eingeschwenkt. Parallel mischen auch andere Länder auf dem Mars oder in seiner Umlaufbahn mit: So gelang etwa China vergangene Woche mit dem Rover «Zhurong» erstmals eine Mars-Landung, der US-Rover «Perseverance» war bereits im Februar gelandet.

Während die Rover spektakuläre Fotos von der Marsoberfläche zur Erde senden, schickt die emiratische Mission weiter Bilder aus der Vogelperspektive. Darunter war auch das Bild der sogenannten Gräben des Kerberos, die sich in mehr als 1000 Kilometer Länge über einen Teil des Mars ziehen.

Mit einem Gewicht von 1350 Kilogramm wiegt die Sonde ungefähr so viel wie ein Kleinwagen und ist etwa so groß wie ein SUV. Zur Inbetriebnahme und für verschiedene Tests kreiste sie zunächst 21 Mal um den Mars und machte allein in dieser Zeit mehr als 800 Bilder. Im März veränderte die Sonde ihre Umlaufbahn, um vollständig mit der Arbeit zu beginnen. Diese soll ein Mars-Jahr dauern, was 687 Tagen auf der Erde entspricht. Eine Runde um den Mars dauert 55 Stunden.


Anzeichen auf neuen Startversuch für Chinas Frachtflug zu Raummodul

WENCHANG: Einen Tag nach der Verschiebung des unbemannten Cargofluges zum Hauptteil der zukünftigen chinesischen Raumstation gibt es Anzeichen für einen neuen Startversuch. Die Polizei verfügte am Donnerstag neue Beschränkungen für den Verkehr um den Raumfahrtbahnhof Wenchang auf der südchinesischen Insel Hainan. Die Kontrollen und Einschränkungen sind erfahrungsgemäß ein Hinweis auf einen unmittelbar geplanten Raketenstart.

Von Seiten des chinesischen Raumfahrtprogramms lag allerdings zunächst keine Mitteilung über einen bevorstehenden neuen Startversuch vor. Nur wenige Minuten vor dem Start von «Tianzhou 2» war der Flug am Mittwochabend MESZ (Donnerstagnacht Ortszeit) aus «technischen Gründen» plötzlich abgesagt worden.

Nach Angaben von US-Experten gibt es am Donnerstag etwa zur gleichen Zeit wie am Vortag gegen 19.00 Uhr MESZ (01.00 Uhr Ortszeit) wieder ein Startfenster, das genutzt werden könnte. Die Verkehrsbeschränkungen gelten bis Donnerstagfrüh 02.00 Uhr MESZ (08.00 Uhr Ortszeit).

«Tianzhou 2» (Himmlisches Schiff) soll an Bord einer Rakete vom Typ «Langer Marsch 7 Y3» starten und an das «Tianhe» (Himmlische Harmonie) genannte Kernmodul der Raumstation andocken, um sechs Tonnen Fracht und Treibstoff zu verladen. Der Flug ist die Voraussetzung für die in drei Wochen geplante Mission von drei Astronauten zu dem Raummodul. Sie sollen drei Monate im All bleiben.

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