Neues aus der Raumfahrt am Donnerstag

Foto: Pixabay
Foto: Pixabay

China weist Gefahr durch herabfallende Raketentrümmer zurück

PEKING: Chinas Staatsmedien haben Sorgen über herabfallende Trümmerteile einer für den Bau der chinesischen Raumstation benutzten Trägerrakete zurückgewiesen. Die Bruchstücke dürften «sehr wahrscheinlich in internationale Gewässer fallen, und die Leute müssen sich keine Sorgen machen», schrieb die häufig als englischsprachiges Propagandaorgan dienende Zeitung «Global Times» am Donnerstag unter Hinweis auf Raumfahrtexperten.

Westliche Raumfahrtexperten hatten vor möglichen Trümmerteilen durch einen «unkontrollierten» Wiedereintritt der 20 Tonnen schweren Hauptraketenstufe in die Atmosphäre an diesem Wochenende oder Montag gewarnt. Deutschland liegt voraussichtlich aber nicht in der Risikozone. Die neue, besonders tragfähige Rakete vom Typ «Langer Marsch 5B» hatte am vergangenen Donnerstag das Kernmodul «Tianhe» (Himmlische Harmonie) ins All gebracht. Damit begann die junge Raumfahrtnation den Bau ihrer eigenen Raumstation.

Dass Reste von Raketen zur Erde zurückfielen, sei «in der Luft- und Raumfahrt üblich», schrieb die «Global Times». Das Blatt sah hinter den Warnungen «nichts anderes als westlichen Rummel um eine «Bedrohung durch China»» in der Raumfahrttechnologie. Auch wurde der Experte Wang Ya'nan, Chefredakteur eines Luft- und Raumfahrtmagazins, zitiert, dass Chinas Raumfahrtbehörden die Entwicklung herabfallender Trümmer vom Design der Rakete und der Wahl des Startplatzes bis hin zur Flugbahn und -höhe sorgfältig berücksichtigt hätten.

«Die meisten Trümmer werden beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verbrennen, so dass nur ein sehr kleiner Teil übrigbleibt, der auf die Erde fällt, was potenziell in Gebieten weit weg von menschlichen Aktivitäten oder im Ozean landen wird», sagte Wang Ya'nan demnach. Experten erklärten laut «Global Times» auch, dass die Raketenstufe vor allem aus leichtem Material gebaut sei, das zumeist beim Wiedereintritt einfach verbrenne.


Erste erfolgreiche Landung des Starship-Prototypen

WASHINGTON: Nach mehreren Misserfolgen ist der Prototyp des künftigen Mond- und Mars-Raumschiffs Starship des privaten US-Unternehmens SpaceX erstmals nach einem Testflug ohne Zwischenfall gelandet. «Starship-Landung nominal», twitterte Firmenchef Elon Musk am Mittwochabend (Ortszeit) nach dem erfolgreichen Aufsetzen der Rakete auf dem Testgelände in Texas. «Wir sind unten, Starship ist gelandet», zitierte die «New York Times» den SpaceX-Ingenieur John Insprucker. Es war der fünfte Testflug von Starship, die vorherigen vier Versuche endeten jeweils in großen Explosionen beim Landen.

Der Milliardär Musk hat sich das Ziel gesetzt, mit Starship eines Tages Menschen zu anderen Planeten zu fliegen. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat erst vor kurzem das Privatunternehmen mit der Entwicklung des ersten kommerziellen Mondlandegeräts beauftragt, das zwei Astronauten zum Erdtrabanten bringen soll. Der Auftrag hat einen Wert von 2,89 Milliarden Dollar (2,41 Milliarden Euro).

Die Mondmission, die nach Medienberichten bereits 2024 erfolgen könnte, gilt als Sprungbrett für einen ersten bemannten Flug zum Mars. Die USA brachten als bislang einziges Land mit den Apollo-Missionen zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf den Erdtrabanten.


Firma von Amazon-Gründer will im Juli erste Touristen ins All bringen

VAN HORN: Mehrere Unternehmen und Raumfahrtbehörden haben schon Touristen ins All gebracht - jetzt will auch Amazon-Gründer Jeff Bezos diesen Markt erobern. Schon im Juli soll es losgehen. Mit Menschen an Bord ist seine Rakete «New Shepard» allerdings noch nie getestet worden.

Die Raumfahrtfirma von Amazon-Gründer Jeff Bezos will im Juli erstmals Touristen ins All bringen. Der Start sei für den 20. Juli geplant, teilte die Firma Blue Origin am Mittwoch mit. Ein Sitz in der Astronauten-Kapsel, die große Panorama-Fenster hat und in der sechs Menschen Platz finden, solle dabei versteigert werden. Seit Mittwoch könne online mitgesteigert werden, der Gewinner solle am 12. Juni ermittelt werden. «Dieser Sitz wird verändern, wie du die Welt siehst», hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Wer auf den anderen Sitzen Platz nehmen soll und wie viel das kostet, teilte das Unternehmen zunächst nicht mit. Der rund zehnminütige Flug soll die Crew in eine Höhe von etwas mehr als 100 Kilometern und dann zurück zur Erde bringen. Mehrere andere Unternehmen und Raumfahrtbehörden haben bereits Touristen ins All gebracht.

Bezos hatte Blue Origin vor rund 20 Jahren gegründet. Mitte April hatte die Firma ihre «New Shepard» genannte Rakete mit Astronauten-Kapsel zuletzt getestet. Dabei erreichte sie eine Höhe von rund 105 Kilometern, bevor sie zur Erde zurückkehrte. Erstmals probten dabei auch Mitarbeiter der Firma vor dem Start und nach der Landung einige Aufgaben von Astronauten. Der eigentliche Testflug blieb aber unbemannt - mit Menschen an Bord ist die «New Shepard» bislang noch nie geflogen.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.