Neues aus der Raumfahrt am Dienstag

Foto: Pixabay
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EU-Kommissar warnt vor Naivität Europas im Weltall

BRÜSSEL: Europa muss seine Interessen im Weltall nach Ansicht des zuständigen EU-Kommissars Thierry Breton entschieden verteidigen. «Wir können nicht naiv sein», sagte er am Dienstag bei der Europäischen Weltraumkonferenz in Brüssel. Europa sei eine Weltraummacht. Es verfüge über das nötige Fachwissen, die industriellen Kapazitäten und Firmen, um auf der globalen Bühne mitzumischen. Der Weltraum sei ein strategischer Bereich, in dem die Großmächte miteinander konkurrierten. Der jüngste russische Raketenabwehrtest habe dies deutlich gemacht.

Die USA hatten Russland im November vorgeworfen, die Sicherheit von Astronauten auf der Internationalen Raumstation ISS durch den Test einer Anti-Satelliten-Rakete gefährdet zu haben. Von russischer Seite hieß es damals, ein ausgedienter Satellit sei der ISS nahe gekommen. Das Weltraumkommando der US-Streitkräfte hatte mitgeteilt, der Test habe mehr als 1500 verfolgbare Trümmerteile in der erdnahen Umlaufbahn produziert.


Weltraumteleskop «James Webb» erreicht Zielorbit

WASHINGTON: Rund einen Monat nach dem Start ins All hat das Weltraumteleskop «James Webb» nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa seinen Zielorbit erreicht. «Webb, willkommen zu Hause», sagte Nasa-Chef Bill Nelson. Das Teleskop habe am Montag (Ortszeit) zum Abschluss der letzten Kurskorrektur für fast fünf Minuten die Triebwerke angeworfen und den sogenannten zweiten Lagrange-Punkt (L2) in knapp 1,5 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde erreicht. Mit dem gemeinsam von Weltraumbehörden in Europa, den USA und Kanada gebauten Teleskop sollen die ältesten Galaxien des Weltalls erkundet werden.

«James Webb» war am 25. Dezember an Bord einer Ariane-Trägerrakete vom europäischen Weltraum-Bahnhof Kourou in Französisch-Guayana ins All gestartet. Während des rund vier Wochen langen Flugs wurden unter anderem der Sonnenschutz des Teleskops aufgespannt und die Spiegelsysteme ausgefahren. Wissenschaftler erhoffen sich von den Aufnahmen unter anderem Erkenntnisse über die Zeit nach dem Urknall vor rund 13,8 Milliarden Jahren.

Erste Daten und Bilder des Teleskops werden frühestens im Sommer erwartet. «Wir sind der Enthüllung der Geheimnisse des Universums einen Schritt näher gekommen», sagte Nelson nun. Er könne es kaum erwarten, im Sommer Webbs erste neue Ansichten des Universums zu sehen. Das «James-Webb»-Teleskop wurde laut Betreiberangaben rund 30 Jahre lang entwickelt und kostete etwa 10 Milliarden Dollar (8,8 Milliarden Euro). Es folgt auf das Teleskop «Hubble», das seit mehr als 30 Jahren im Einsatz ist.


Mit Blutproben an Bord: «Dragon»-Frachter zurück auf der Erde

CAPE CANAVERAL: Ein «Dragon»-Raumfrachter des US-Unternehmens SpaceX hat rund zwei Tonnen wissenschaftliche Ausrüstung von der Internationalen Raumstation ISS zur Erde gebracht. Die Kapsel hatte am Sonntag von der ISS abgedockt und landete am Montag an Fallschirmen im Meer vor der Küste des US-Bundesstaats Florida, wie SpaceX mitteilte.

Auf der ISS hatten zuvor der deutsche Astronaut Matthias Maurer und die beiden amerikanischen Crew-Mitglieder Kayla Barron und Thomas Marshburn den «Dragon» mit der wissenschaftlichen Ausrüstung sowie Blutproben der Besatzung beladen. Die Blutproben sollen auf der Erde untersucht werden und Aufschluss darüber geben, wie sich Langzeitmissionen auf das menschliche Sehvermögen auswirken.

Die unbemannte Kapsel hatte eigentlich bereits am Freitag abdocken sollen, doch die Nasa verschob das Manöver. Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde herrschte in der Landezone vor der Küste Floridas schlechtes Wetter.

Für den deutschen Astronauten Maurer ist unterdessen bald Halbzeit auf der Internationalen Raumstation. Er war im November zur ISS gestartet. Maurer ist der zwölfte Deutsche im All und der vierte auf der ISS. Rund 400 Kilometer über der Erde soll er etwa sechs Monate lang Experimente durchführen. Zuletzt war 2018 mit Alexander Gerst ein deutscher Astronaut im All gewesen.

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